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Soll ich Euch
mal verraten, wie meine Leute auf den Hovawart gekommen sind?
Na denn, aufpassen! Mein Boss Uwe sah in der Mittagspause in
einem Garten einen stolzen, blonden, riesengroßen Hund
sitzen. Er kam zum Essen:" Ich habe einen tollen Hund
gesehen!" |
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Nachmittags
fuhr meine Chefin mit den Kindern an besagtem Garten vorbei,
da saß er! Stolz, erhaben und wunderschön!
Schnell erkundigte sie sich, welche Rasse dieser Schöne
war; H o v a w a r t !
Meine Menschenbrüder Ron und Rick konnten in der besagten
Samstagnacht nicht schlafen, ständige
Fragen, was, wie, was wäre wenn, wann, aber bestimmt!
Die Beiden haben meine Chefin bis tief in die Nacht genervt,
solange, bis mein Boss dann endlich nach Hause kam.
Wieder ging es los: Papa, sag ja, Mama möchte auch gerne,
bitte Papa, bitte!Was sagt mein Boss? Naja, mal sehen, tja,
das war schon ein 99 prozentiges JA!
Wie es weiter ging? Ganz schnell wurde ich gefunden!
Ich habe mir meine Leute sehr genau angeschaut, dann habe ich
beschlossen, die lasse ich nicht wieder los! Bloß, wie
stelle ich das an? Nun ja, zunächst war ich ganz nett,
ob das vielleicht schon gezogen hat? Um ganz sicher zu gehen,
habe ich meiner zukünftigen Chefin ein kleines (wirklich
nur ein ganz kleines) Loch mit meinen Milchbeisserchen in den
Mantel gebissen! Ob es das war?
Jetzt muß ich Euch noch mitteilen, daß ich an diesem
Montag auf den Tag genau fünf Wochen alt war. |
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Ich muß mich abnabeln!
Die nächste Woche habe ich dann noch ständig bei
meiner Mama Debby, meinem Papa Astor und meinen vier Geschwistern
verbracht. Wir haben allerlei dummes Zeug angestellt, nur Kabelknabbern
durften wir nicht, Papa hat uns geknurrt, ' Zwerge, das ist
gefährlich ', hat uns im Nacken gepackt und uns kräftig
durchgeschüttelt. Boh, mir wurde richtig schummerig in
der Birne, dass war wie Karussell fahren, nur das war kostenlos.
Dann, eines Tages kam ein ganz komischer Mann zu uns, meine
Ziehmama Nicole hat mir zugeflüstert, ' das ist der Tierarzt'.
Hätte sie gar nicht sagen brauchen, wer weiß denn
schon, was ein Tierarzt ist?
Ganz schnell habe ich gemerkt, dass das kein Guter ist.
Er hat mich gepiekt und anschließend jede Menge Pieker
in mein Öhrchen gedrückt, ich habe geschrien, und
dann hat er mir schwarze Farbe auf die Löcher geschmiert,
aber nicht nur auf die Löcher, mein ganzes Schnäuzchen
war schwarz! Im Spiegel habe ich mich nicht mehr erkannt!
Ein paar Tage später ist meine Chefin gekommen, hat mich
gepackt und ins Auto gesetzt.
Ne, ne, ne, immer diese neuen Dinge. Ich habe mich vielleicht
erschrocken als es anfing zu brummen, hab' gedacht mein Papa
hätte eine Stimmschulung mitgemacht. Aber dann, wir fuhren
los! Kurve links, Kurve rechts, bremsen, da war so ein komisches
Ding, das hat geleuchtet! Kann gar nicht verstehen, muß
man halten, wenn etwas leuchtet? Irgendwann hielt das Auto
und das Brummen hörte auf und ich durfte aussteigen! Da
war es, mein zukünftiges Zuhause. Alle warteten schon
auf mich!
Mein Boss und natürlich meine Menschenbrüder Ron
und Rick. Den ganzen Tag habe ich mir genauestens alles eingeprägt,
habe schon mal gezeigt, was ein Hovibaby so alles anstellen
kann. Blumen, hab' sofort gemerkt, daß ich die ausgraben
kann. Selbstverständlich habe ich meiner Chefin auch gezeigt,
daß ich Pipi überall machen kann, dazu brauche ich
als Baby keinen Rasen.
Soll ich Euch bellen, daß ich ganz schön gerissen
bin? Da hab' ich doch glatt meinen ersten Leberwurstblick riskiert,
meine Mama hat gebellt,' Schätzchen, damit erreichst Du
fast alles!'
Und richtig, das hat funktioniert, meine Leute haben mir ein
Leckerchen gegeben. Jetzt weiß ich endlich, wie ich meinen
Willen durchsetzen kann. Küsschen geben und, na klar,
Leberwurstblick!
Jetzt weiß ich, diese Trockennasen habe ich lieb! Hier
will ich hin, hier fühle ich mich wohl! Abends,
gegen sechs Uhr wurde ich wieder in diese Transportkiste, meine
Leute nennen es Auto, gepackt, ab nach Hause zu meiner Sippschaft!
Mensch, wenn ich wüsste wie dieses Ding funktioniert,
in das man reinbellen muß, nur was haben die Zweibeiner
davon, mit sich selbst zu bellen? Kommt da auch wieder 'was
raus?
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Heute Nacht
träume ich 'was ganz Schönes, ich sehe meine neue
Familie, ich rieche Leckerchen! Ich freue mich auf Morgen!
Als ich am nächsten Tag, klar, nachmittags abgeholt werde,
erwarten mich ganz viele neue Dinge. In der Ecke etwas Rundes,
das hat schön geglänzt. Meine Chefin hat 'was Essbares
für mich rein getan. Ah ja, Futternapf! Mensch Leute,
wisst Ihr vielleicht nicht, daß ich einmal ein richtig
großer Hund werde, und Ihr kommt mit so 'nem Mininapf!
Wollt Ihr mich, wenn ich groß bin an Krücken sehen?
Ich brauche einen Napf, den man in der Höhe verstellen
kann! Das Beste kam dann, da meinen die doch, die könnten
mir so 'nen Strick um das Hals machen, hab' gedacht, das kann's
nicht sein, nicht mit mir! Wer den Kampf verloren hat, Na ich,
was denkt denn Ihr. Ab sofort trage ich etwas, das sich Halsband
nennt. Ob ich mich daran gewöhnen kann? Wenn ich mir ganz
viel Mühe gebe, und ich bin kräftig, das könnt
Ihr mir glauben, dann kriege ich das ab! Wetten?
Heute Nachmittag habe ich ganz
'was Tolles erlebt. Mein Mitwelpe in meiner neuen Familie hat
beschlossen, ich muß Kettcar fahren! Da hievt der mich
auf dieses Ding mit vier Rädern und fährt mit mir
los, das hat Spaß gemacht. War gar nicht gefährlich,
na ich war ja auch ganz lieb, hab' nicht gewuselt und nicht
gestrampelt! Konnte also nichts passieren! Von da an habe ich
jeden Tag viele neue Sachen kennengelernt, Ballspielen, Stöckchensuchen,
Oma und Opa, alle möglichen Freunde meiner Leute, fernsehen,
das ist ja doof!, Schuhebeissen und ganz wichtig, den Staubwedel
von meiner Chefin. Der ist ab sofort mein Lieblingsspielzeug! |


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Ich ziehe um!
Ich bin ganz aufgeregt, heute ist mein großer Tag. Ich plane
meinen Umzug zu meiner neuen Familie! Meine Nicole hat mich zum Abschied
noch einmal ganz fest in den Arm genommen, ein Küsschen gab's
auch noch für mich, glaubt es mir mal, ich habe das wohl gesehen,
es hat aus Ziehmama Nicoles Augen getropft, bin doch nicht blöd!
Was läuft denn da bloß raus?
Ich bin die Erste von uns Geschwistern, die unsere Welpenstube verlässt,
aber kein Problem für mich, bin doch nicht aus der Welt, meine
Geschwister sind alle nicht weit weg von mir. Ihr braucht nicht jaulen,
Astor Junior, Artax, Apollo und Klein-Ashley, wir sehen uns wieder,
irgendwann, irgendwo! Ganz schnell muß ich meiner Mama und meinem
Papa noch Lebewohl sagen! Mama, Papa, Geschwister, Ziehmama Nicole
und Oberhaupt Günter, wo sind die Menschenwelpen Miriam und Joschka?
......Und Tschüss!
Ein letzter Blick zurück, und wir sind weg!
Ab heute gehöre ich zu meinen neuen Leuten! Da gefällt es
mir, bin nur nicht sicher ob ich meine Geschwister nicht doch vermisse?
Da war ich so selbstsicher, und jetzt? Meine Leute trösten mich,
ganz sicher!
Ihr fehlt mir doch!
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Da haben die
doch gemeint, ich bleibe gleich die erste Nacht ganz allein
in unserer Küche. Mir graust es, es ist dunkel, ich bin
bange! Was soll ich tun? Wer hilft mir, hab' nachgedacht, wie
kann ich meine Lage ändern? Meine Zellen in meiner Rübe
haben geknattert, hab's richtig gehört. Hilfe, ich bin
einsam, jaulen, wo seid Ihr, Astor, Artax, Apollo! Meine großen
Brüder, Ihr müsst mir doch helfen, ich will mit Euch
kuscheln. Werde ganz kleinlaut, und dann fallen mir Mamas Wuffs
wieder ein; Jaulen hat sie gebellt, das wirkt! Und richtig,
meine Leute haben meine Decke mit in ihr Schlafzimmer geholt
und ich durfte direkt neben dem Bett liegen! So hab' ich mir
das vorgestellt, jetzt kann ich schlafen! Soll ich Euch nochmal
'was verraten? Ich hab' das wohl gemerkt, immer wieder kam
nachts 'ne Hand zu mir |
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herunter.
Toll war das! So, und nach gut drei bis vier Stunden Schlaf
wurde ich wach, meine Blase drückte: Pipi! Klar, ich bin
doch ein anständiges Hovimädchen, gefiept und gewinselt
hab' ich, mein Frauchen wachgeschlabbert. Und dann, Leute es
war rattenkalt, meine Chefin packt mich, so wie sie ist, kurzärmeliges
T-Shirt und Schlüpfer, und ab nach draußen. Ich
sehe sie noch stehen, mit nackten Füßen im Schnee,
minus drei Grad, brrr! Die muß mich lieb haben! Dann,
ich ganz locker Pipi im Schnee, boh, meine Ulli hat mich gelobt,
immer noch mit nackten Füßen! Jetzt aber ganz schnell
rein, meine Chefin ins Bett und ich auf meine warme Decke.
Jetzt ist Ruhe bis Morgen früh! Die erste Nacht ist überstanden,
aber glaubt man ja nicht, daß ich den Platz im Schlafzimmer
so schnell wieder aufgebe, hier gehöre ich hin, oder nicht? |
Wald, was ist das denn?
Ich hab' heute was erlebt, ganz neue Bilder und, klar, Gerüche
muß ich verarbeiten. Wir sind, alle Mann, in diesem Ding, Auto,
gefahren, Bäume hab' ich gesehen, und Bäche. Dann Stopp,
aussteigen! Und wir alle stiefeln in etwas, was meine Leute Wald nennen.
Wenn das mal keine böse Falle ist. Ich kann laufen und toben,
ich treffe meine ersten fremden Hundefreunde. Schnuppern, hallo, wer
bist Du? Und weiter, jetzt weiß ich, ein Wald ist keine böse
Falle. Ich bin immer hinter meinen Menschenwelpen her, auf Holzstapel,
und wie komme ich da runter? Hab' ich mich doch schwer getan; das muß
ich mir gründlich überlegen, ob ich so 'was noch mal mache!
Meine erste Bekanntschaft mit einem fließenden Bach habe ich
gemacht, ob ich schwimmen kann? Bis zu den Knien habe ich mich rein
gewagt, aber keinen Schritt weiter, es ist einfach zu nass! Und kalt
ist es auch noch, nicht mit mir. Hab' doch glatt gemeint, ein großer
Baum ist ein Stöckchen, hab' mich richtig gequält, ich kann
das Stöckchen einfach nicht nehmen. Blödes Ding, ich such'
mir ein kleineres!
Nach einer ganzen Zeit sind wir nach Hause gefahren, ich bin dreckig,
ich bin nass! Jetzt wissen meine Leute schon gleich, wie die weißen
Fliesen aussehen, wenn schmutzige Hundepfoten sie verunstalten!
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Dachboden?

Ich war knapp 10 Wochen alt, als ich mir etwas ganz
besonders Tolles ausgedacht habe. Da sitze ich nun, was tun? Vor mir
ein braunes Ding, riesengroß, glatt, glänzt. Wer weiß,
was Holz ist? Ich schaue hoch und fiepe, na, hört mich denn niemand,
ich will auch dahin, wo Ihr seid! Ich denke, wir sind Freunde. Freunde
lässt man nicht im Stich! Und immer noch sitze ich unten. Schaue
hoch! Ob da 'was kommt, 'was mich auch 'rauf bringt? Ich sitze immer
noch, ich dann drei Schritte, riesengroße, zurück, Anlauf
und die ersten drei Stufen sind geschafft!
Wo bleibt mein Mut? Wie weggeblasen! Eine Stufe habe ich mich dann
einfach zurück kullern lassen. Aua, das tut weh! Also, ich muß
wohl warten! Jaulen, was hat meine Mama gebellt? Aha, geht doch! Wie
kann ich nur so vergesslich sein? Meine Leute haben mich unter den
Arm geklemmt und hoch geschleppt, da staunt Ihr was? Bis in den Dachboden
hinein. Und dann ich, staunen, staunen, staunen! Hier gibt es viele
tolle Sachen zu erleben. Ganz vorsichtig habe ich erst mal alles erschnüffelt,
dann ein kleines bisschen AA hinter die Couch, mußte einfach
sein! Ist das schlimm? Ich beschließe, hier hat noch niemand
Pipi gemacht, ich will die Erste sein! Dann man los! Meine Leute haben
das nicht so lustig gefunden, sofort kamen die mit einem Eimer, so
nennt man wohl ein rundes Gefäß mit Henkel? Und natürlich
einen Lappen und Handtücher! Dann wird die Bude geputzt!
Aber das könnt Ihr mir glauben, ich mache wieder Pipi dort!
Bellophon!
Heute habe ich mir ganz 'was Tolles ausgedacht. Muß doch gleich
mal ausprobieren, ob das geht! So, nun lauscht mal alle ganz gut hin,
ich versuche mich mit meinem Bruder in Bocholt zu unterhalten, nur
hat das nicht geklappt. Was tun. Da liege ich nun vor meiner Haustür
und denke, und grüble. Bamm, der Einfall ist toll! Hat doch glatt
geklappt.
Da hab' ich dem Retriever von Frau Meier in Alstätte gebellt:'
Pass' gut auf, Jimmy', hab' ich ihm gesagt. Bestimmt hat er die Lauscher
aufgestellt und sich jedes Wuff in seine kleinen Grauen eingraviert.
Jimmy hat sofort die große Dogge angebellt, diese den uralten
Münsterländer in Ahaus. Naja, hab' rausgefunden, daß
er schon leicht taub sein soll, hat aber dennoch funktioniert. Der
Alte dann weiter an die kleine Yorkshire-Dame, nun ja, die konnte leider
nicht so weit, bei einem solch zarten Stimmchen! Naja, jedenfalls ist
alles über gekommen, wer weiß wieviel kleine Zwerge noch
mitgemischt haben, es hat ganz schön lange gedauert.
Und dann, irgendwann, die Antwort: Astor ist bei ganz lieben Leuten,
es geht im gut, er muß ein riesiges Grundstück bewachen!
Ich hab' mich vielleicht gefreut, das mache ich morgen bei meinen anderen
Geschwistern!
Freunde
für ein Hundeleben!

Immer wenn mein Frauchen um
die Mittagszeit in normalen Klamotten von oben kommt, weiss ich, ich
darf nicht mit. Aber, gleich kommt mein Menschenbruder Rick vom Kindergarten.
Also, was tun? Ich bewache die Haustür, denn da wird er kommen.
Es kann sein was will, ich bleib' hier liegen. Und dann - der große
Moment - erst kommt das kleine Fietsken um die Ecke, dann meine Chefin.
Jetzt aber flott hinten ans Gartentor.
Große
Enttäuschung, mein Menschenfreund Rick kommt rein, streichelt
eben meine
Rübe, geht dann sofort
durch bis in die Küche; Durst!
Dann,
große Freude, er hat es nicht vergessen!
Kind
liegt auf dem Fußboden, jetzt bin ich gefragt!
Füße
packen, vorsichtig, und los geht es. Meinen kleinen Freund ziehe ich
wenigstens einmal durch das ganze Haus, Mensch, wir haben Spass!
.
Leute in weiß!
Mein Kopf tut weh, unter meinem langen Lauschern kribbelt es und piekt.
Es ist so schlimm, daß ich mir ständig mit den Pfoten über
meine Laschen fahren muß. Wann hört das wieder auf? Draußen
ist es heiß, mir ist heiß, was soll ich bloß tun?
Selbst auf unseren kalten Fliesen im Haus wird mir nicht besser, es
hat mich erwischt, ich bin krank. Es tut so weh!
Meine Ulli beobachtet mich nun schon einige Zeit, dann sagt sie, wir
zwei fahren sofort zum Tierarzt. Doch, dann, kein Auto, schnell wird
Opa Willi gefragt; Klar, kein Thema!
Ich ab auf den Rücksitz, und los geht's ins Nachbardorf. Na sicher,
mein Ron ist auch dabei, wie immer.
Angekommen, rein ins Wartezimmer, da treffen wir eine ganz traurige
Dackeldame. Einen solch' zermürbenden Blick hab' ich noch nie
gesehen. Sie ächzte nur: ' Hallo, mein Mädchen, ich will
nicht mehr, ich kann nicht mehr!' Das Frauchen dazu hatte Pipi in den
Augen, ich glaub' sie mussten Abschied nehmen. Hab' ständig an
die Zwei denken müssen, hab' dem Dackel ( übrigens Rauhhaar)
zugeraunt: 'Ich denk' an Dich, Du bist lieb!' Dann waren Beide weg.
Zurück kam die Frau ohne Mimi, oder Wurzel, oder wie heißen
Dackel. Nie zuvor haben ich einen so traurigen Menschen gesehen. Sie
nickt meiner Ulli zu: 'War das Beste so.' Hilfe, und was passiert mit
mir?
Dann, über Lautsprecher: 'Alexa, bitte!' Könnt' mir glauben,
da klopfte mein Herzchen. Da hieven die Menschen mich mit einem Mal
auf den Untersuchungstisch, mir wurde richtig schlecht, eine Frau steht
vor mir, sie riecht schon böse! Wenn meine Ulli oder mein Ron
doch nur meine Blicke oder mein Jaulen verstehen könnten! Diese
Frau ist böse! Und mein Ohr tut mir weh! und überhaupt, ich
will hier weg! Hab' ein gutes Instinkt für gute oder böse
Menschen! Diese hier ist böse!
Da kommt die Ziege mit solch' einem Ding, womit man in die Ohren gucken
kann, nicht mit mir, grrrrr! Sofort hab' ich Schläge mit dem Karabinerhaken
meiner Leine bekommen, böse, diese Fiese! Mein Ron war so entsetzt,
er ist sofort herausgerannt, meine Ulli hat mich vom Tisch springen
lassen und gesagt: 'Uns sehen Sie nie wieder, das ist doch wohl das
Letzte!' Wir weg, und erst mal normale Menschenohrentropfen aus einer
stinknormalen Menschenapotheke geholt. Nach zwei Tagen war das Thema
Ohrenpiene gegessen!
(Seit
diesem Erlebnis hat Alexa ständig Angst, wenn sie eine Tierarztpraxis
schon von weitem riecht. Hätte man sich als Tierarzt nicht anders
verhalten können, nein, müssen?)
Heiß?
Meine Leute haben gesagt, 'jetzt ist es soweit, was ist soweit? Ich
hab's, glaub' ich verstanden, als mein Boss mit mir losgeht. Ein Stündchen
auf unserer Wiese! Aufpassen ist jetzt angesagt! Darf ich jetzt vielleicht
nicht mehr rumtoben? Nur weil mir 'ne klein bisschen Blut aus der Scheide
rauströpfelt? Was soll denn bedeuten, heiß?
Ausstellung!
Ich glaub' Morgen ist ein ganz besonderer Tag für mich, ob ich
Geburtstag habe? Heute Nachmittag werde ich in eine eingebaute Schüssel
mit 'ner Tür drum herum gestellt. Meine Ulli dreht an einem Knopf,
der aus der Wand guckt. Unten liegt ein Schlauch mit mit etwas dran,
was aussieht wie ein Hammer. Ich weiß jetzt schon, das wird gefährlich
hier. Und schon kommt es angeschossen, Wasser, ich bin doch kein Fisch?
Weiß überhaupt nicht, wofür das gut sein soll, erst
vorhin habe ich mich mit duftender Gülle parfümiert. Hat'
mir richtig gut gefallen! Ob das für Trockennasen stinkt?
Pitschenass werde ich gespritzt, dann schüttet sich meine Chefin
etwas mit Nerzöl in die Hand, Shampoo! Davon werde ich sauber,
hat sie gesagt, und das soll ich glauben. Bin doch gar nicht dreckig!
Jedenfalls sitze ich hier wie ein begossener Pudel, und dann noch dieses
komische Zeug, mir juckt und kribbelt es! Leute, wie kann ich das wieder
abkriegen, das ist ja scheußlich, und überhaupt, in dieses
Teil gehe ich nie wieder rein! Mit ganz viel lauwarmen Wasser wird
mir das Duftzeug aus dem Fell gespült, so ist es schon besser,
unheimlich lange muß ich diesen Strahl ertragen, man sagt mir,
es dürfen keine Schaumreste im Fell oder auf der Haut bleiben.
Dann macht mal, aber richtig, nicht daß ich mich anschließend
noch monatelang kratzen muß! Nachdem ich mir gedacht habe, jetzt
reicht's, bin ich einfach so ausgestiegen, und dann, das absolute Negativerlebnis
für meine Leute. Die glauben doch wohl nicht, ich bleibe einfach
so stehen, und warte darauf, daß mich jemand abtrocknet, da haben
wir Feuchtnasen schon effektivere Methoden. Schütteln, bis man
sich wieder wohlfühlt! Könnt Ihr Euch denken, wie unser Badezimmer
aussieht, überall kleine bis mittelgroße Pfützen, da
guckt Ihr Zweibeiner, was. Ich kann Euch auch ärgern! Was will
meine Chefin denn jetzt noch mit 'nem Handtuch? Bin doch schon fast
trocken!
So, und jetzt darf ich nicht raus, könnte mich erkälten,
ob das wohl stimmt? Ich liege stundenlang im Erdgeschoß und warte,
daß mein Fell wieder so wird wie vorher, irgendwann bin ich dann
endlich wieder richtig trocken. Die Tortur geht jetzt erst richtig
los. Ich glaub' ich schiel, mein Boss kommt mit einem Stiel an, wo
vorne Metallzinken dran sind. Sieht aus wie 'ne Mistgabel, nur etwas
kleiner. Er setzt dieses Ding an und fährt damit über meinen
Körper. Ob der will, daß ich demnächst nackig bin?
Auf dem besten Wege dazu sind wir ja nun schon wohl. Das ist ja grässlich.
Wofür ist das bloß alles gut? Soll ich Euch mal bellen,
was ich glaube, die sind so'was von irre, bestimmt hängen sie
mir gleich ein Schlabberlätzchen um, damit mein Fell keine Flecken
kriegt! Lasst mich, um Himmels Willen jetzt endlich in Ruhe, ich kann's
nicht mehr ertragen.
Am Morgen werde ich schon ganz früh von meiner Decke geworfen,
raus, Pipi machen. Meine Leute Ulli und Ron sind merkwürdig, sie
packen allerlei Zeug ein, Futter und Wasser für mich, wo ist der
Impfausweis? Papiere, klar schon da, ich bekomme ein 'hübsches'
glänzendes Halsband um und darf schon mal einsteigen. Es geht
los und ich fahre mit. Mein Boss Uwe und meine Chefin Ulli sitzen vorne,
Ron lümmelt sich auf der Rücksitzbank. So kann ich wenigstens
ab und zu von ihm gestreichelt werden. Er flüstert mir viele liebe
Worte in mein linkes Ohr, und daß wir jetzt auf meine erste Ausstellung
gehen. 'Wenn Du mal Babies haben willst, muß Du Orden und Ehrenzeichen
nachweisen können, meine Liebe, sonst wird das nichts!', solche
Sachen lausche ich in dieser Zeit. Als wenn ich Babies haben will,
bin selbst noch ein halbes Baby! Und dann lausche ich meine Chefin
sagt zu ihrem Uwe,' Ich denke, ein sg1 müsste eigentlich drin
sitzen!' Später hab' ich dann mitbekommen, sg1 ist das Beste,
was ich erreichen kann und daß ich in der Junghundklasse starte.
Ob ich denn doch zu Wahnsinnigen gezogen bin?
Nach einiger Zeit kommen wir endlich an, ich erspähe Hunde, hunderte!
Klar, ich belle alle, die mir begegnen erst mal an, bin ein stinknormales
Hovimädel! Wir nähern uns dem Eingang und ich freue mich
diebisch, die ganze Bude ist voller Hunde, große und auch kleine!
Nur ein klein wenig traurig ist mir zumute, meine Leute halten mich
an so kurzer Leine, ich kann hier bestimmt nicht spielen, aber vielleicht
erzählen mir die anderen, wie es ihnen so geht bei ihren Zweibeinern.
Vielleicht können wir uns wenigstens tolle Gespräche bellen.
Das wäre doch auch schon was, oder? Da sehen wir noch freie Plätze,
meine Ulli läuft sofort rein in diese Reihe, 'Ist hier noch frei?'
Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen, 'Aber nur wenn Sie
'nen großen Hund haben! Minimäuse wollen wir hier nicht!'
Und ob ich ein großer Hund bin, oder aber bestimmt werde! Wir
haben drei Sitz- und ich einen Liegeplatz! Toll, soweit sind wir also
schon mal. Dann lerne ich meine Gegenüber kennen. Einen Goldi
- Rüden, einen Herrn von sowieso, und einen Bouvier des Flandres,
pechschwarz und riesengroß, Herr von ich weiß nicht was!
Meine Leute verstehen sich auf Anhieb gut mit den Haltern. Auch ich
kann gut mit den beiden Hundeherren. Den ganzen Vormittag bellen sie
mir nun schon, was hier alles so abgeht. das kann ja heiter werden.
Dann irgendwann muß Herr von Sowieso in den Ring, ich drücke
ihm beide Pfoten, damit er gut abschneidet. Ich weiß, ein 'vorzüglich
1' wird von ihm erwartet! Er wird es schaffen, bei seinem Charme, ich
bin ganz sicher! Mir ist 'kotzübel' bestimmt bin ich gleich dran.
Was muß ich denn da tun? Schon steht mein Boss auf, ich muß
mit! Der Richter wartet schon auf mich und die anderen Hovijunghunde,
übrigens alles Mädels, sonst wär's ja ungerecht! Jetzt
wird's ernst! Drückt mir bloß die Daumen, all' die, die
ihr zu Hause auf Euren Decken rumlungert!
Jetzt muß ich im Kreis gehen, dann ein paar Laufschritte, und
'sitz'! Der Richter kommt auf mich zu und untersucht mich eingehend.
Ist das vielleicht ein Tierarzt? Oder braucht er das alles nur, um
mich beurteilen zu können. Schnauze auf, Scherengebiss, vollständig,
das hätte ich ihm ja auch wirklich bellen können. Dafür
braucht er das Maul doch nicht soweit aufreißen! Ob er auch noch
wohl alle Zähne hat?

Jetzt sind die anderen Hovimädels dran! Auch bei denen wird die
gleiche Prozedur veranstaltet, muß wohl normal sein bei einer
'Ausstellung'. Ein Händeschütteln, und wir sind entlassen.
Ich kann wieder raus aus dem Ring, jetzt hab' ich aber auch wirklich
genug, und ich hab' Hunger! Ob ich denn jetzt endlich 'was zwischen
die Kiemen kriege? Wir raus, und jetzt gleich bekomme ich ein richtig
tolles Leckerchen, muß meine Sache wohl gut gemacht haben. Ich
werde gelobt und gestreichelt, hab's toll gemacht. Mein Boss hat einen
Wisch in der Hand, darauf steht: ich bin sg1, hurra! Sind keine Mängel
an mir dran, dafür brauche ich keine Ausstellung, das war doch
klar! Jetzt müssen wir noch warten, worauf, schließlich
will ich meine Papiere wiederhaben, vielleicht brauche ich sie ja nochmal
irgendwann. Und dann redet mein Menschenbruder was von Pokal, den müssen
wir unbedingt mitnehmen. Kann ich den auffressen, wie schmeckt der?
Ich will Euch jaulen, ein Pokal ist ein Teil, das glänzt und doof
aussieht, und fressen kann man ihn auch nicht, es sei denn man riskiert
seine schönen Zähnchen! Am späten Nachmittag fahren
wir wieder nach Hause. Bin ganz schön geschafft, doch dieser Tag
war toll, aber auch wahnsinnig anstrengend! Das mache ich nochmal!
Ihr seid wohl komplett bekloppt?
Ich muß Euch bellen, ich glaube, bei meinen Leuten ist 'ne Schraube
locker, die meinen doch allen Ernstes, ich müsste jetzt erzogen
werden! Die spinnen! Ganz schnell haben meine 'Freunde' einen Hundeplatz
ausfindig gemacht, Anruf, da soll ich hin! Mein Boss, alte Klamotten
an, ich ein Lederband ( Lederband, das ich nicht lache!) um meinen
Hals, so nicht, Freunde!, das war mir sofort klar!
Ab ins Auto, und hin zum Hundeplatz. Spielen, hab' ich mir so gedacht,
toll! Böse Falle, Fuß, Fuß, Fuß, kann mir mal
wer erklären, wofür das gut sein soll? Hab' gedacht, ich
kriege 'ne Krise: Bin doch ein richtiges Hovimädchen, mal sehen
was sich machen lässt! Ich die Hinterbeine in den Boden gestemmt,
und ab geht die Post! Mein Boss hat bestimmt gedacht, er steht im Wald,
richtig! Ich renne, als wäre der Teufel hinter mir her, mein Boss
strauchelt und bumm. Ein kurzer Blick zurück und da liegt er!
Mir geht gleich durch die Rübe, das haste nun davon, bin ein Hovi!
Und wieder , rabotti, haha, meinen Boss hab' ich geschafft, dreckig,
nass! Schadenfreude, was ist das? Die zehn Übungsstunden hat mein
Uwe dann aber doch überstanden, so schnell kriegt man ihn nicht
klein!
Zoo!
Heute, das haben meine Leute beschlossen, soll ich fremde Tiere kennenlernen.
Die können ja viel erwarten, und ich soll immer mitspielen. Ihr
kennt ja die Leier, Leine, Auto und ab - Richtung Zoo! Ob meine Menschen
denken, ich mache Alles mit? Ich glaub' ich muß wohl, oder soll
ich Stunden im Auto versauern, ich denke, ich muß mit!
Als erstes erreichen wir den sogenannten Streichelzoo, meine Menschenwelpen,
ja, die können wir nicht halten. 50 Pfennig für Wildtierfutter
in der Hand klettern die Beiden schon über die Absperrung. So
'was Blödes, soll ich hier draußen auf meine Menschengeschwister
vielleicht warten? Bestimmt lieben mich die Ziegen, Schafe und Lamas
sogar.!
Nun ja, soll ich diese rutschigen Stahlrohre überqueren, warum
ist das alles bloß so schwer? Ich will da auch rein!
Also, irgendwo ist Schluss, da hebt mein Ron ein Ziegenbaby hoch und
nimmt es auf den Arm! Ich kann's nicht mehr mit ansehen, nachher bringt
er eine Ziege mit nach Hause. Soll ich mich damit etwa anfreunden?
Will Euch Menschenkinder für mich allein! Ist doch bestimmt nicht
zuviel verlangt?
Jetzt steht ein ganz zotteliges Tier am Zaun, es spuckt. Das setzt
dem Ganzen doch wohl die Krone auf. Muß man sich das gefallen
lassen, lass' mich doch nicht anspucken! Bin doch schließlich
kein Untier, wisst Ihr was, dem belle ich eins!
Na klar, ich hab' mein bestes Wuff riskiert, nichts hat sich getan,
bin nun schon voller Lamaspucke! Ihhh, fies! Ich will hier weg, dieses
Tier ist mir unheimlich! Was soll ich davon nur halten, Lama! Mag es
mich vielleicht nicht?
Oder ist es ganz einfach nur ganz jung, sowie ich? Ich belle, das Lama
spuckt? Spucken sich Lamas an, wenn sie sich unterhalten wollen?
Meine Menschengeschwister kommen aus dem Gehege, wir können endlich
weiter! Bin schon richtig neugierig, was kommt nach Ziegen, Schafen
und Lamas?
Nächstes Gehege, warum laufen die hier alle in einem Zwinger 'rum?
Beißen die vielleicht? Wenn nicht, kann ich es nicht verstehen,
warum bloß? Ich glaub' die haben schon so 'ne Art Zwingerkoller,
die laufen immer am Zaum lang. Sind die noch normal? Ob das hier Löwen
sind, nein, mein Ron hat mir letztens erzählt, ein Löwe hat
eine Mähne, keine Streifen. Mit fällt 's wieder ein, Tiger!
Jetzt krieg' ich aber doch Angst! Möchte mich nicht anlegen mit
einer solch' riesigen Katze, bestimmt ziehe ich den Kürzeren?
Weiter, aber flott!
Wir gehen in ein Haus, da sind Mäuse, Hamster und noch mehr solcher
Kleintiere drin. Hab' sofort an ein Frühstück gedacht! Ist
doch klar, ich weiß, was Sache ist in einem Zoo. Kein Frühstück,
auch kein Abendessen! Futter, nur aus meinem Napf, ist schon klar,
nur meine Phantasie ging leise mit mir durch!
Man wird ja doch mal träumen dürfen? Aber wagen, ich würd'
es nie!
Wisst Ihr was, ich verstehe überhaupt nicht, warum ich hier angeleint
herum laufen muß! Ich tue doch niemandem 'was, was bloß
soll das ganze Theater?
Vögel, Pinguine haben wir nun schon gesehen, jetzt sagen meine
Leute es kommen noch Wölfe! Wer kann denn schon 'was mit Wölfen
anfangen, weiß doch gar nicht welche Artgenossen die sind! Wir
nähern uns, ich kann es schon hören, die sind von meiner
Art! Jetzt aber, zieh' was die Leine hält, da will ich hin. Da
sind meine Urahnen! Hab' doch geschnüffelt, das sie hier wohnen,
hab's wohl gewusst!
Meine Urururururrur.....tante Agathe wohnt hier, ich hab's gewusst,
Verwandte! Sie hat bestimmt gespürt, mich muß sie lieb haben!
Sie hat geheult, das muß ich mir übrigens genauestes einprägen!
Aber nur für besondere Anlässe!
Hovis, habt Ihr gewusst, daß sich Hunde schwertun, was Heulen
angeht. Jaulen, ja das können wir gut, aber so richtig heulen?
Wer kann das schon?
Jetzt Ulli
Abends in der Küche sagt mein Boss doch glatt zu meiner Ulli:
'Das mache ich nicht mehr mit, den nächsten Kurs machst du!'
Oh, Schiet, das kann ja heiter werden. Klar, wir hin, die erste Stunde
hab' ich mich wirklich von meiner allerbesten Seite gezeigt. Nicht
ganz so feste gezogen, schön 'Sitz' gemacht, war eigentlich ein
richtig tolles Hovimädchen. Eine Woche später, wieder das
gleiche Theater, booh, ist das langweilig, hab' ich auch meiner Ulli
gezeigt: Ich kann auch anders. Ich zieh' und mache was mir Spaß
macht, wollen wir doch mal sehen, ob wir das Spielchen nicht gewinnen
können.
Dann böse Falle, 'Platzübung', vergesst es schnell wieder,
bei so 'was mache ich nicht mit! Der Übungsleiter gibt allen Hundebesitzern
tolle Tipps, nur, bei mir funktioniert das nicht, Ihr werdet sehen!
Dann los, vortreten, mit Hund und 'Platz'. Ich 'steh' und 'steh', meine
Chefin verzweifelt langsam, ja, das hat mir Spaß gemacht. Doch
was hat es mir genützt? Gar nichts, ich wurde doch glatt hinunter
gezwungen! Da lag ich nun mit meinem dummen Gesicht. Dann, das Gleiche
noch mal, ätzend! Jetzt habe ich erst richtig auf stur geschaltet,
wieder dasselbe, ich lag! Artgenossen, es lohnt nicht, wir verlieren
dieses Kämpfchen doch, auch Fletschen lohnt nicht, die kriegen
Euch, die Zweibeiner!
Nach zehn Übungsstunden stand dann fest, Ulli und ich können
am Begleithundekurs teilnehmen, jeden Freitag um 18,00 Uhr. Ihr könnt
Euch sicher denken, ich glaub' ich kriege 'ne Krise! Na ja, mach' das
Beste daraus, hab' ich gedacht und gleich überlegt, wie ich den
größten Spaß haben kann.
Freitag abend, 17.45 Uhr, ich ab ins Auto, los Richtung Hundeplatz.
Mir graust es jetzt schon, wenn ich gleich wieder an den fletschenden
Schäferhunden vorbei muß. Jetzt will ich denen mal zeigen
was ein richtiger Hund ist, nur, wie stelle ich das an? Soll ich auf
stur machen, oder bellen wie die mit dem schrägen Gesäß?
Heute versuche ich es erst mal mit bellen, irgendwie müssen die
doch zu beeindrucken sein!
Ich raus aus dem Auto und gleich ein Probegebell aufgesetzt, alle haben
doch jetzt gehört, das ICH komme? Und dann stehen sie da, angekettet
in Reih' und Glied! So, haltet die Schnauze, ich kann das auch! Wuff,
Wuff Wuff! Mist, hat überhaupt keinen Eindruck gemacht, ob ich
vergessen habe, meine Rute anzuziehen. Bestimmt haben sich auch meine
Nackenhaare nicht gesträubt, sah wohl nicht allzu furchterregend
aus?
Geschafft, daran vorbei, meine Chefin ist schon jetzt schweißgebadet.
Hab' gezogen wie wild, doch sie ließ einfach nicht los. Jetzt
auf den eigentlichen Hundeplatz, dann wieder 'Sitz', 'Platz', 'Sitz',
was sind Zweibeiner doch langweilige Tiere. Um meine Ulli nicht zu
ärgern hab' ich diesen Käse mitgemacht, doch als es hieß:
'Fuß', da hab' ich es mal wieder vorgezogen aus der Reihe zu
tanzen. Hab' eben meinen eigenen Kopf! Will viel lieber mit Luka, einem
schwarzmarkenen Hovirüden spielen, wir würden gut zusammen
passen! Hab' mitgekriegt, daß Luka mein Cousin ist, unsere Mamas
sind Schwestern!
Doch unsere Bosse sind der Meinung der Hundeplatz ist kein Tummelfeld,
ich also hart an die Leine und 'Fuß'. Muß mich wohl oder
übel fügen, es führt kein Weg daran vorbei! Nach einiger
Zeit heißt es dann 'Platz' und 'Bleib'. So, jetzt bin ich dran,
schließlich liegt meine Leine neben mir, und keiner hält
sie fest! Ganz flott hab' ich nach links und rechts gepillert, alle
Feuchtnasen liegen. Meine Chance, ich stehe schnell auf und laufe auf
meine Chefin zu, nicht ohne einen riesigen Schlenker, schließlich
muß man alles um sich herum kennenlernen! Ich bin weg!
Damit kann doch ein Hund nicht rechnen, das plötzlich jemand auf
meine Leine steigt. Ein Ruck und mir bleibt nichts anderes übrig,
als zu stehen. Was hab' ich nun davon gehabt? Die ganze Prozedur noch
einmal von vorn; 'Sitz', 'Platz', 'Sitz' und 'Fuß', dann der
große Moment 'Platz' und 'Bleib', jetzt bleibe ich liegen, meint
Ihr, ich mache dieses Theater noch einmal heute? Meine Chefin geht
nur ganz wenige Meter von mir weg, das will und kann ich nicht dulden!
Vielleicht war das 'Bleib' ja auch nur ein kleiner Scherz. Ich folge
ihr doch sonst immer. Langsam erhebe ich mich und laufe freudig hinter
ihr her. Das ist nicht gut gewesen, oder hab' ich das 'Bleib' nicht
richtig verstanden? Ob die alle von mir erwarten, daß ich einfach
nur liegen bleibe? Was mache ich, wenn meine Chefin mir verloren geht?
Hoffentlich kommt sie immer wieder, wir können es ja mal probieren!
Soll ich's auf 'nen Versuch ankommen lassen? Probe, aber nur einmal!
'Platz' die dritte, ich liege und 'Bleib' die dritte, ich bleibe, mulmig
ist mir aber doch, Hilfe meine Ulli geht weg, Gott sei Dank, sie bleibt
stehen, einen Moment lang steht sie mit dem Rücken zu mir. Ich
bin auf's Äußerste gespannt, wenn sie jetzt weiter geht,
komme ich mit! Sie dreht sich um, kommt dann zügig auf mich zu,
zischt ein kurzes 'Bleib', geht um mich herum dann 'Sitz', endlich!
Hat meine Ulli sich gefreut, ich hab's richtig gemerkt! Aha, so ist
das also gemeint. Sie kommt wieder, ja, das muß ein Hovi doch
erst einmal wissen!
Die Stunden beim
sogenannten Begleithundekurs waren teilweise die reinste Katastrophe,
ich habe denn doch festgestellt, das Hovis keine Schafe sind! Aber
Spaß hat's trotzdem gemacht, ständig haben wir 'was zu lachen.
Liebe Alexa, Dich kriege ich, verlass Dich drauf!
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