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Einmal Hovi - immer Hovi
!
Abenteuer und Geschichten unserer Hoviladies
© by Ulrike Achteresch
K a p i t e l 3
Wer weiß was 'joggen'
ist?
Ich hab' bei diesem seltsamen Mensch in Coesfeld mitbekommen, ich darf ab sofort
kleiner Strecken am Fahrrad geführt werden, aber nur kleine Strecken.
Ich mag aber keine Fietsen, was soll ich tun, wenn dieses Ding umfällt
und ich hänge am Strick? Soll dieser Drahtesel etwa auf mich drauffallen,
nee, nicht mit mir. Will doch nicht platt wie 'ne Briefmarke sein! Mein Boss
Uwe hat diesen Arzt gefragt, wie es aussieht mit 'joggen', 'Tja,' genauso hat
er es gesagt, 'die Gelenke sind in Ordnung, es kann so langsam losgehen. Langsam,
keine zehn Kilometer an einem Stück, es schadet zwar nicht mehr den Gelenken,
aber wenn Sie zehn Kilometer Barfuß laufe sollten, über Stock und
Stein, Ihre Füße möchte ich dann nicht sehen. Genauso ist es
mit Ihrer Alexa, auch ihre Pfoten sind noch relativ empfindlich, fangen Sie
um Hundes Willen langsam an!' Ich hoffe, mein Boss hat nicht ganz so genau
hingelauscht, ich will rennen, will toben, jetzt hab' ich doch endlich den
Freibrief. Uwe, worauf warten wir noch, es kann losgehen, bin schon lange fertig!
Mein Boss muß sich erst noch umziehen, oder wer von Euren Menschen geht
in normalen Klamotten, sprich Arbeits- oder Stadtklamotten joggen? Er kommt
nach ewiger Zeit wieder 'runter, Joggingbux, schön weit, damit ja nirgendwo
'was kneift, und irgendeinem T-Shirt. Na, wenn das mal gut geht! Er wird ja
wohl Erfahrung haben, er hat mit geflüstert, 'ich laufe schon jahrelang!'
Na hoffentlich! Gleich geht's los, bin gespannt wie ein Flitzebogen und fit
wie ein Turnschuh!
Muß doch versuchen, ihn in Grund und Bogen zu rennen, ob ich das schaffen
kann?
Dann der erste große Fehler, mein Lederband um den Hals hält mich
bestimmt nicht von Ziehen ab. Tür auf, auf geht's!
Ich sprinte los, mein Boss in der Horizontalen hinter mir her, hat wohl meine
Kraft nicht einkalkuliert? Ich zieh' und zieh', nach mehr als zwei oder vielleicht
drei Kilometern passe ich mich dem Tempo meines Uwe an. Der schnauft aber schon
ganz schön! Ja, Mensch, besser Du als ich! Ob er sich das so vorgestellt
hat? Bestimmt meint er jetzt, wir müssen noch eine ganze Zeit dran arbeiten,
so jedenfalls nicht! Ich finde solche Rennen mega-toll! Das machen wir jetzt
öfter!
Nach einiger Zeit hat es sich eingespielt, hab' mich mächtig zusammenreißen
müssen, hätte schon gern noch mal so ab und zu ein Wettrennen veranstaltet.
Nach einer guten Stunde kommen wir wieder zu Hause an. Hab' ich vielleicht
'nen Durst, erst mal an meinen Wassernapf! Hab' überhaupt nicht überlegt,
daß meine Ulli vielleicht gewischt haben könnte, in der Zwischenzeit,
bin einfach so reingetapert! Oh, oh, das ist nicht gut, hätte mir wenigstens
vorher meine Pfoten abputzen können, Hast ja Recht, aber bestimmt vergesse
ich es immer wieder. Wenn meine Ulli mich zum Pfotenabputzen kriegen will,
dann muß sie sich schon was ganz besonders Pfiffiges einfallen lassen,
und was ist mit meinem Fell, so Bauchunterseite, was denkt Ihr, ich bin 'schweinedreckig'!
Jetzt muß ich mich erst einmal trockenrubbeln, ich denke, dafür
eignet sich der Wohnzimmerteppich am Besten, oder habt Ihr 'ne bessere Idee?
Ich schubbere mich erst mal ausgiebig, der Teppich nass uns sandig, ahh, das
tut gut! Gleich noch mal, aber jetzt an 'ner anderen Stelle. Ich seh' wohl
schon, irgendwann ist unser Teppich nicht mehr blau, sondern grau. Grau ist
doch auch viel schöner, viel neutraler. Meine Leute müssten mir eigentlich
dankbar sein! Wer bellt das meine Leuten? Hovis der Nation, steht mir doch
wenigstens jetzt zur Seite! Unser Teppich ist jetzt so richtig schön eingesaut!
Ich sehe wohl, meine Leute haben Humor, 'jetzt sieht man wenigstens, das wir
'nen Hund haben!' Ron ist mein Freund! So schnell kann ihn nichts erschüttern!
In der Zeit, in der ich mich trocken geschubbert hab', hat mein Boss geduscht,
jetzt ist er endlich fertig. Was die Menschen bloß dauernd mit Duschen
und Wasser haben?
Der Kaffee ist fertig, mein Boss auch! Im wahrsten Sinne des Wortes, kaputt!
Jetzt muß ich lauschen, 'das war nicht gut, die Hose ist Mist, das T-Shirt
taugt nicht, und das blöde Lederhalsband auch nicht!' Mein Boss ist ganz
schön deprimiert! Er erzählt meiner Ulli, er hat sich die Brustwarzen
aufgescheuert, die Haut zwischen den Oberschenkeln ist auch ab! Böse Falle!
Seine Worte: 'Ich muß mir ganz schnell vernünftige Sachen besorgen!'
Solch 'nen Blödsinn, ich renne doch auch einfach so, meine Zitzen sind
heil, meine Beine auch, da kann man mal wieder sehen, Weicheier, diese Trockennasen.
Ob mein Boss das nochmal mit mir macht? Wenn ich ganz lieb darum bettele? Vielleicht
besorgt er sich ja tatsächlich ein vernünftige Joggin-Outfit. Ja,
wenn ich demnächst an einen Sportkatalog, das ist so ein Buch, indem viele
Sachen drinstehen, die bring dann ein Postbote! Bei dem Gedanken 'Postbote'
freue ich mich schon, hab' immer wieder Spaß, wenn ich den erschrecken
kann!
Mein Boss zieht sich seine Jacke an und fährt mit dem Auto weg!
Nach ewig langer Zeit kommt er nach Hause, hat einen Karton unter'm Arm, -
Joggingschuhe - naja, wenigstens keine Blasen an den Füßen. Es soll
wohl doch weitergehen?
Der Postbote kommt!
Hab' Euch ja schon gebellt, ich muß mal 'nen Katalog wälzen, hab'
ich gemacht. Klar, hab' ich die wichtigen Seiten nicht angeknabbert. Mein Boss
hat mit einer Frau am Telefon geredet, und jetzt kommt der Postbote! Ich führe
mich auf, als wäre ich von 'ner Tarantel gestochen! Hochkant stehe ich
in der Tür, der Mensch da draußen wagt gar nicht mehr zu klingeln!
Muß ich giftig aussehen! Aber schon kommt meine Ulli aus der Küche,
sicher ist die Pfanne mit Frikadellen ganz nach hinten gerückt. Hab' jetzt
kein Interesse an Frikadellen, jetzt ist erst mal dieser Mensch da draußen
dran! Muß ihm doch 'nen gehörigen Schrecken einjagen! Das muß
jetzt einfach sein!
Meine Chefin ist schon an der Tür und gibt mir 'nen Platzbefehl. Na sicher,
ich muß doch schließlich gehorchen, und das 'Platz' ist doch der
strengste Befehl. Da gibt es bei uns auch kein Lob, erst recht kein Leckerchen
. Ich falle also sofort runter, meine Ulli lässt den Mann hereinkommen,
mit dem Paket vor der Brust. ' Mein Hund macht immer solch 'nen Hermann, glauben
Sie mir, die beißt Sie nicht.' Der Mann machte ein Gesicht, als will
er sagen, 'Das sagen alle, und dann?'
Jetzt darf ich wieder aufstehen, ich freue mich! Sofort zeige ich dem Postboten,
daß ich ein ganz freundlicher Hund bin. Schwanzwedelnd laufe ich auf
ihn zu! Ob seine Angst jetzt weg ist? Vielleicht probiere ich es das nächste
Mal ja nochmal! Mir hat's jedenfalls Spaß gemacht!
Wenn ich gleich einen Moment für mich hab', dann werde ich schon mal reinschauen,
in das Paket. Ob da die Joggingklamotten drin sind?
An der einen Ecke knabbere ich ein kleines Loch in den Karton, ich sehen etwas
dunkelblaues, wahrscheinlich 'ne Bux, und was knatschblaues, könnte 'nen
T-Shirt sein. Kann's kaum noch abwarten, hoffentlich erscheint mein Boss bald
hier! Mittagessen kann warten, erst der Karton!
Hab' ich's nicht gesagt! Joggingklamotten!
Endlich kann mein Uwe gut gerüstet mit mir über Stock und Stein laufen!
Gleich heute Abend?
Na vielleicht!
Mein Boss Uwe schaut beim Hinausgehen eben noch zurück, 'komme heute Abend
etwas später, möchte noch eben einen Joggergurt kaufen. Bis später!'
Den ganzen Nachmittag liege ich auf heißen Kohlen, was mag das sein,
'Joggergurt' ? Fußketten für Jogger? Kann's kaum noch erwarten,
daß es Abend wird!
Noch zehn Minuten, hat meine Chefin mir geflüstert, dann kommt er, bestimmt!
Ich höre schon von Weitem das Auto, es fährt vor. Ob wir denn wirklich
auch noch laufen?
Meine Chefin hat heute Nachmittag die neue Bux und das Hemd schon gewaschen,
ab in den Trockner, die Sachen warten förmlich auf den ersten Ausflug,
und ich erst!
Umziehen, wo ist mein Halsband?, Leine um, Wie keine Leine, soll ich heute
ohne alles laufen? Ist das nicht verboten, wir laufen doch auch in Naturschutzgebieten.
Ihr wisst nicht was das ist? Wenn man dahin gelangt, wird man gleich von einem
dreieckigen Schild mit grünem Rand begrüßt, ein Flieger lächelt
Dich an, kapiert?
Da darf 'ste nicht frei laufen, ' Hunde müssen angeleint bleiben', solch
'nen Schwachsinn!
Jetzt hab' ich endlich mitbekommen, was 'nen Joggergurt ist. Kann Herrchen
oder Frauchen sich um die Hüfte schnallen, dann kommt der Hund an ein
Telefonkabel. Ist schon merkwürdig, ich probiere es erst ein paarmal aus,
dann belle ich Euch, ob es das Gelbe vom Ei ist!
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Bin wieder zurück, kann
Euch bellen, es ist supertoll gelaufen. Ich hab' fast grenzenlose Freiheit
genossen, mein Uwe konnte einen gesunden Laufrythmus joggen, beide Arme frei.
Kinder, das ist es!
Weiter zum Thema Erziehung!
Weihnachten ist vorbei, hab' leider kein Christkind gesehen, doch der Hundeplatz
rückt wieder näher, Silvesterknaller, alles verpulvert!
Heute Begleithundekurs! Meine Ulli hat mir verraten, wenn ich mich anständig
aufführe, werde ich bald ein
verkehrssicherer Begleithund! Ob ich darauf wohl pfeife?
Ihr könnt' Euch darauf verlassen, heute packe ich mir die Schäferhündchen,
nur wie, ich hab' die ganze Weihnachtspause drüber nachgedacht! Ob die
vielleicht so aufgeregt waren, weil das Christkind kam? So wie meine Menschenwelpen?
Wir marschieren das Pättchen hoch zum Hundeplatz, da stehen sie wieder,
hochkant am Strick! Wütendes Gebell schlägt mir schon von Weitem
entgegen, ob die keine Freunde mögen? Meiner Chefin wird vorgeschlagen:
'Binde Deine Alexa mal zu den Anderen, da ist sie unter Artgenossen!' Meine
Ulli, eigentlich strickt dagegen, lässt sich breitschlagen, und dann,
meine Leine ab, die vorinstallierte Kette an mein Halsband! Meine Ulli dreht
sich um und geht. Ob sie das 'Platz' und 'Bleib' vergessen hat? Ich weiß
doch, dann kommt sie gleich wieder! Ich habe Angst! Da packt ein männliches
Wesen meiner Ulli auf die Schulter und erklärt: 'Mein Schäferhund
wird ganz kirre, wenn er neben anderen Rassen stehen muß, er hört
dann nicht mehr. Stellen Sie Ihren Hund woanders hin!!' Ob der bescheuert ist?
Als wenn uns das nicht völlig egal ist, Hovi oder Schäferhund! Ich
glaub', es liegt mehr daran, daß das ein Rüde ist, und wenn ein
tolles Mädel neben ihm steht, dann tickt der aus! Naja, Kerle! Blödmann,
dieser Mensch!
Meine Ulli hat bestimmt das Gleiche gedacht wie ich,' Blödmann!', da seh'
ich es, sie hat's gedacht! Sie nimmt mich von der Kette und bringt mich ganz
weit weg vom Geschehen. Endlich habe ich jetzt meine Ruhe und brauche mich
nicht mehr von solch 'nem halbstarken Irren anmachen zu lassen!
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Prüfung!
Jetzt bin ich schon einige Monate dauernd auf diesem Hundeplatz, kenne jeden
Grashalm, weiß natürlich jede Pipiecke von Hasso, Astor, Arco, und
wie die alle heißen.
Klar, ich hab' begriffen, wie das geht: 'Fuß', 'Sitz', 'Platz', bla,
bla, bla. Hab' auch kapiert, es ist immer das Gleiche. Kehrtwende, links, rechts
- alles kann ich aus dem EFEF. Soll ich denn mal bellen, es 'kotzt' mich an.
Ich hab' das dumpfe Gefühl, ich muß dieses ewige Einerlei ändern,
nur wie?
Wir stehen alle in der Runde, Mensch, Hund, Mensch, Hund, wir Hunde immer links,
das versteht sich doch von selbst. Unser Trainer erklärt uns, in zwei
Wochen ist Begleithundeprüfung! Ich wittere meine Chance, ich könnte
doch glatt eine Sondervorführung einlegen. Wie kann es anders sein, die
nächsten zwei Mal ist besonders strenges Training angesagt! Fit müssen
wir sein, so sagen die Leute wenigstens, als wenn wir das nicht längst
wären. Jetzt hab' ich es aber wirklich satt!
Sonntag, 10.00 Uhr Treffen auf dem Platz, alle sind da, Aron, mein Halbbruder,
starker Typ, mit dem kann man 'was erleben. Unseren Menschen wurde erklärt,
wie das abläuft, erst alle Rüden, dann die Hündinnen. Hab' also
noch etwas länger das Vergnügen. Dann irgendwann bin ich dran. Euch
werde ich zeigen, was ein Hovimädel so drauf hat.
Grundposition, dann 50 Schritte Normalschritt, Kehrtwende, 15 Schritte Normalschritt,
alles wie immer, kein Problem, hab' doch zig Mal geübt. Das ganze nochmal,
allerdings jetzt in der Freifolge. Auch kein Thema, mir kommt eine Idee, soll
ich, klar ich soll. Beim Laufschritt, unangeleint breche ich aus, jetzt will
ich spielen. Am Platzrand liegt Schäferhündin Trudi, Ablegeübung!
Ich hin, umkreise sie bellend und schwanzwedelnd, nochmal und immer wieder.
Was macht Trudi, bleibt doch einfach stur liegen, die ist langweilig hat keine
Lust auf Spaß! Na denn nicht!
Ich drehe mich um und sehe das Gesicht meiner Ulli. Das blanke Entsetzen steht
in ihren Augen. Mir ist klar, Begleithundeprüfung - nicht bestanden -
wir kommen das nächste Mal wieder!
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Wasserspiele!
So langsam wird es warm draußen, der tolle Schnee ist schon längst
weg geschmolzen, die Wiesen sind wieder richtig grün. Heute geht's
ab auf unsere Wiese, die mit dem Tümpel. Klar ich freue mich auf
meinen Freund. Wir treffen uns rund 200 Meter vor der Wiese. Raus aus
der Kiste und ab ins Grüne. Wir rennen den Grasweg hoch und warten
schon, als unsere Chefinnen endlich eintreffen! Müsst Ihr doch
eigentlich auch schon mal mitgekriegt haben, die Zweibeiner sind doch
langsam, was meint Ihr. Wir warten schon Ewigkeiten! Jetzt endlich
ab auf die Wiese, und sofort Richtung Wasserloch. Aber glaubt mal ja
nicht, daß ich schwimme, nur bis zum Bauch traue ich mich hinein.
Alles Weitere ist mir einfach zu nass. Klar Wasserbeißen, und
springen im Wasser, das macht mir auch großen Spaß. |
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Da meint doch der
Aron, nur weil er mal ein gestandener Rüde werden will, ich würde
ihm folgen, bis ich den Boden unter meinen Pfoten verliere, denkste,
nicht mit mir. Da warte ich lieber bis er wieder herauskommt. Wir sind
doch waschechte Hovis, für uns ist es selbstverständlich,
daß auch unsere Leute nicht ohne dastehen müssen. Wir schütteln
uns das Wasser natürlich in aller nächster Nähe aus
dem Fell. Bäh, bäh, wir sind trocken und die Beiden nass.
Schadenfroh, wer ich?
Im Anschluss an unser nasses Spielchen wird erst 'mal richtig getobt.
Schließlich müssen wir nachher müde nach Hause kommen.
So in drei oder vier Stunden? |
Zuchttauglich?
Ich hab' mitbekommen, daß ich in den nächsten Tagen zu einer Zuchttauglichkeitsprüfung
soll. Ich hab' eine Idee, ich will, daß mein Ron auch mitkommt! Klar,
er fährt mit! Wer bellt mir, was muß ich tun? Muß ich da vielleicht
auch 'Sitz' und solche Scherze machen, oder soll ich mich lieber so geben,
wie ich nun mal eben bin? Die Zuchttauglichkeitsprüfung findet auf dem
Hundeplatz unseres Zuchtvereines statt, wir also los und hin!
Angekommen, ich hab' Spaß, ich ziehe an meiner Leine, zieh' und zieh',
dann lausche ich Worte, wie: 'Angeleint kommt hier zunächst kein Hund
auf den Platz!' das machen wir später, da hab' ich wieder Glück gehabt!
Meine Ulli, folgt dem Ratschlag, Leine ab. Was denkt Ihr denn, ich rase sofort
zu den anderen Feuchtnasen, hier finde ich bestimmt jede Menge Freunde. Alle
Sorten Hunde sind da, die großen Berner, winzige Dackelchen, diese kleinen
Langhaare, Shi-zu, heißen die so? Bobtail, und 'ne große Deutsche
Dogge. Boh, ist die riesig! Wir toben sofort zusammen, spielen, ja, das gefällt
uns! Dann erspähen wir ein Tor, das steht sogar auf, wir alle raus, da
hinten ist ein Teich. Sicher, wir rennen dahin. Nach einer ganzen Zeit kommen
wir alle zurück, schmutzig und pitschenass. Jetzt muß ich mich erst
schnell schütteln, wo ist meine Chefin, sie muß doch auch 'was von
meinem Bad haben, soll auch nicht leben wie ein Mensch! Schon passiert, ich
bin trocken, meine Ulli jetzt pläddernass. Jetzt kommt so ein Udo auf
mich zu, ich werde auf Herz und Nieren geprüft. Ohren - richtig angesetzt,
Scherengebiss - vollständig und kräftig, Augen - gut eingesetzt,
Hinterläufe - gut bemuskelt, tolles Hovimädel. Wesen? Das muß
erst noch ausgetestet werden. Ich habe mich jetzt gesittet zu benehmen, fürchte
ich. Ich muß mich zwischen meinen Artgenossen bewegen, knurren, klar,
nicht erwünscht. Aber ich kann das, könnt Ihr mir glauben. Wenn mir
bloß keiner einen Strich durch diese Rechnung macht. Da kommt er auch
schon, der Strichmacher! Braun ist er, ungefähr so groß wie ich
und er hat einen Kamm auf dem Rücken. Ich kann gleich ausmachen, Rüde!
Er kommt, um mich zu beschnuppern, auf mich zugeschossen. Eineinhalb Sekunden
hat er mich kennengelernt und will gleich aufspringen. Was sind das nur für
Manieren, tja, Kerle! Aber das treibe ich dem sofort aus, wegbeissen ist die
einzige Möglichkeit. Vielleicht hilft das ja! Ich schnapp' zu, er wendet
sich ab, das ging nicht lange gut. Immer wieder versuchte er mich zu verführen,
und dann auf diese plumpe Art. Nach ewig vielen Versuchen hab' ich mich dann
richtig gewehrt, ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, so 'was aufdringliches.
Jetzt, mein Lieber, reicht's. Ich mußte ihm ein Loch ins rechte Ohr kneifen.
Blut, Hilfe! Der Schreck bei meiner Ulli und seinem Herrn war riesengroß.
Ob sein Herrchen mit mir schimpft? Er meinte nur dazu, 'wenn er es nicht lassen
kann, muß er sich halt beißen lassen. Wir ziehen ihm jetzt 'nen
Teddystecker durch's Ohr!' Man muß sich doch nicht alles gefallen lassen,
oder?
Dieser Udo hat den Vorfall ganz sicher verfolgen können, Ergebnis - instinktsicheres
Verhalten! Nachdem ich den Braunen endgültig in seine Schranken gewiesen
hab', zeige ich mich von meiner Zuckerseite. Ich ließ mich Schnauze an
Schnauze mit einer Labradorhündin ablegen, kein Problem, schwanzwedeln
hab' ich alle begrüßt, egal ob Männchen oder Weibchen, nur
den Braunen hab' ich nicht wieder beachtet.
Wieder abgelegt kann ich beobachten, daß meine Ulli mit Udo spricht,
er schreibt mit so 'nem Pin in meine Papiere und klappt das Heftchen zu. Er
schüttelt meiner Chefin die Hand --
BESTANDEN ! Zur Zucht empfohlen!!! Bin eine Hovihündin mit passendem Gefüge,
gutem Nervenkostüm und wesensfest bin ich auch! Kann sehen, das sich mein
Ron und meine Chefin freuen, ich freue mich auch!
Kerle = Weicheier!
Ich muß Euch schnell eben bellen, das ist so 'ne Sache mit den Männern.
Heute Nachmittag toben Halbbrüderchen Aron und ich in unserem Garten,
damit die Weiberleute sich mal bei Kaffee und Kuchen unterhalten können.
Es ist wunderschönes Wetter und so sitzen die Menschenfrauen auf unserer
Terrasse und lassen es sich gut gehen.
Eine Tasse Kaffee, dann, klar Mensch, noch eine. Wir Hovi's´s müssen
mal eben ein Päuschen einlegen, suchen uns ein schattiges Plätzchen.
'Unsere Terrasse ist mit Bambus überdacht', hab' ich Aron gebellt, 'lass
uns dahin gehen!'
Kaum betritt dieser Kerl die Pflastersteine, da geht's schon los! Ein Jaulen,
laut und unüberhörbar. Ob der gar nicht wieder aufhört? Hab'
sofort mitgekriegt, was passiert ist, unsere Chefinnen aber nicht. Bärbel
hat ihrem Aron sofort die Gelenke abgetastet.
Herrje, muß wohl doch Menschendeutsch bellen lernen. Die verstehen mich
nicht! Dann wurden die Zehen auf's Genausteste inspiziert, Ergebnis? Nichts!
Und Aron leidet ganz schrecklich, das ist doch ein Weichei! In ganz mitleidigem
Ton sagt Bärbel dann noch zu meiner Ulli, ' er leidet doch so gern und
wenn dann ganz ausgiebig!' Mit schmerzerfülltem Blick schaut er mich an,
ich belle: ' Stell' Dich bloß nicht so an, bist doch nur mit 'ner Zehe
in die Fugen gerutscht. So schlimm wird das doch wohl nicht sein?' Sein Leiden
wird davon nicht verringert. Hab' schon fast gedacht, der Notarzt muß
anrücken. 'Bist Du nun hier um betüdelt zu werden, oder willste spielen?'
Nichts kann ihn ablenken, er hat es doch so schwer! Vor Bärbels Füßen
liegt er und lässt sich ununterbrochen streicheln. 'Jetzt hab' ich es
satt!' ich springe auf und renne in den Garten. Ach nee, unser Kranker, alles
vergessen, Schmerzen wie weggeblasen. Toben ist denn doch wieder in!
Weicheier, diese Kerle!
..
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Weihnachtsschock!
Heilig Abend, der Weihnachtsbaum steht festlich geschmückt in unserem
Wohnzimmer. Der Tisch für's Weihnachtsessen wird gerade gedeckt, mit dem
besten Porzellan und blitzeblanken Gläsern. Meine Ulli verteilt noch kleine,
glitzernde Sternchen und solch einen Firlefanz auf der weißen, gestärkten
Tischdecke. Die Omas und der Opa kommen heute Abend, sie möchten mit uns
den Heiligen Abend verbringen. Auf der Anrichte stehen eingelegte Schweinelendchen,
es duftet nach Knoblauch und Kräutern. Seit heute Morgen ist unsere Gästetoilette
abgeschlossen, meine Mitwelpen glauben, das Christkind ist schon letzte Nacht
hier gewesen. Heilig Abend hat es so wahnsinnig viel zu schleppen, es deponiert
schon mal Einiges! Ich weiß es besser! Bin doch weder dumm noch blind!
Und Aufpassen ist schon immer meine Stärke gewesen.
Mein Boss geht nach oben, kommt er doch glatt in Joggingklamotten wieder runter.
Alle möglichen Leute rennen in den Dom, wir rennen durch den Wald! Megatoll,
dann bin ich heute Abend wenigstens gut ausgelastet, so mein mein Boss! Auto
auf, ich rein und auf geht's!
Da laufen wir ganz unbefangenen nebeneinander her, über Wiesen und Felder,
einfach so querfeldein. Niemals würden wir eine Pfütze auslassen,
ich mag Pfützen und Schlammlöcher. Ich halte meine Nase in die Luft,
irgendwas ganz Tolles hab' ich in der Nase, was mag das sein? Tier? Groß?
Ob sich das wohl lohnt? Wenn ich es doch nur schon mal sehen könnte. Da,
kann's noch nicht erkennen, nur braun sind sie und wahnsinnig schnell. Klar,
da muß ich hinterher. Mein Boss ruft und ruft, hätte er gebellt,
ich wäre bestimmt gekommen. Mensch, sind die flink, ich muß wohl
doch meine Pfoten in die Schnauze nehmen, hab' gehört, das steigert das
Tempo! Was soll ich tun, wenn ich auf die Nase oder, besser gesagt Schnauze
falle?
Naja, in weiter Ferne höre ich meinen Boss verzweifelt rufen, meine Ohren
sind auf Durchzug, tut mir leid!
Ich weiß auch, es ist Weihnachten, na und?
( Ich hab' ganz schon mächtig
geschwitzt, Alexa war nirgendwo mehr zu finden. Was tun? hab' schon wenigstens
fünf Extrarunden gedreht, nirgends kann ich sie finden. Mein Gott, es
ist Heiligabend, wie soll ich das bloß zu Hause erklären? Ich war
schon komplett irre, hab' mir schon die vielleicht passenden Worte zurecht
gelegt Kleine Gedenk-
minute, was tun? Was soll ich sagen, wie ist das passiert? Tausend Gedanken
jagen mir durch den Kopf! Erst mal zum Auto, dann weiter suchen, aber wo? Mir
ging's die ganzen gut fünf Kilometer nicht mehr aus der Rübe! Wo
soll ich dieses Kalb bloß suchen? Irgendwann komme ich am Auto an, wer
sitzt da vor dem Kofferraum? Wer wedelt mir da freudig zu, mit grinsender Schnauze?
Wer schaut mich an als könnte sie kein Wässerchen trüben? Na,
wer wohl, Alexa! Ich hätte sie wohl, was hab' ich getan? Loben, loben,
loben: Toll, wie Du das Auto gefunden hast! Ich war ja so erleichtert!
Diktat von Uwe)
Weiß überhaupt nicht was meine Leute haben, so ein kleiner Ausbüxer?
Ist das denn nun so schlimm, ich komme doch immer wieder zurück, ob nun
zum Auto oder nach Hause! Jedenfalls, das Ende vom Lied, an der Leine laufen,
wochenlang! Und wieder 'Sitz', 'Platz', Gehorsam trainieren! Ob ich solche
Sachen noch mal mache, muß ich mir erst noch genau überlegen.
Auch hier müssen noch viele Dummheiten aufgeschrieben werden
Bissige Biester !
Ich muß Euch doch schnell mal eben bellen, ich hatte Spaß. Hab
doch endlich gemerkt, wie schön "Schadenfreude" ist. Mein Frauchen
und ich spielen auf einer wunderschönen Wiese, es surrt und brummt. -
Bremsen, tausende!
Mit einem Mal - klatsch - und wieder ist eine dahin. Leider sind wir nicht
all zulange geblieben, meine Chefin konnte es nicht mehr ertragen. Als wir
nach Hause kamen, sah meine Chefin aus als hätte sie die "Beulenpest".
Handteller große Beulen an Armen und Beinen, ich hätte "Hurra"
schreien können.
Bremsentrefferquote = 15 Beulen
Knochenkampf !
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Heute
haben wir wieder ein tolles Kämpfchen um den Knochen ausgefightet.
Mir und meinen Menschenkindern macht es immer wieder Spass. Hey! -
jetzt seid ihr aber unfair - Terassenmauern erklimmen, nicht erlaubt
- Chef mault ! - gerade neu gestrichen ! Was denkt Ihr denn wohl ?
Klar,
hab' ich gewonnen: 1 : 0 für mich.. |

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