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Einmal Hovi - immer Hovi !
Abenteuer und Geschichten unserer Hoviladies
© by Ulrike Achteresch


K a p i t e l  5

Hosenklau!
Ich hab' ganz genau aufgepasst, schließlich will auch ich mal ein richtiger Wachhund werden. Ich hab' beoabachtet, daß Opa Willi in die Garage gegangen ist, ich gleich hinterher. Garage ist etwas ganz Magisches für mich, weil ich da Dummheiten anstellen kann. Da liegt soviel Zeug 'rum, was ich sehr gut brauchen kann. Und jetzt steht die Tür offen! Ich also rein, Opa füllt gerade seine Kettensäge mit Benzin, es läuft etwas daneben! Ich muß es einfach probieren, Zunge 'raus und vorsichtig in dieses komische Zeug eintauchen. Da hat gezwiebelt und gekribbelt, muß gleich meine Zunge an meinen Beisserchen wetzen. Und schon ein Schrei, von meinem Ron, ich wurde sofort auf den Arm genommen und ins Haus geschleppt. Dann: 'Mama, Ayla hat Benzin getrunken!' Erstens trinken wir Hovis nicht, wir saufen, und zweiten , nie würde ich etwas so Abscheuliches saufen! Klar? Alle haben jetzt ein Auge auf mich, wenn ich abdrehe oder sonst irgendwie sonderlich wirke, fahren die bestimmt mit mir nach Hochmoor. Was ist denn das? Tierklinik, 'ne nicht mit mir, mir geht's doch gut! Nach langen Minuten lassen meine Leute mich wieder raus, ich muß gucken, was in der Garage los ist, Tür zu! So 'nen Mist! Ich schleiche, wie meine Mama ums Haus herum, Die Tür zu Opas Haus steht offen, Oma Hanne ist nicht da! Ich blitzschnell rein ins Wohnzimmer, dann Esszimmer, Küche noch schnell inspizieren, nichts los hier! Doch dann kann ich sie erspähen. Opas Sonntagsmorgens-Kirchgangshose! Fein säuberlich liegt sie über dem Rattanstuhl in der Diele. Und da sind noch Hosenträger dran! Ich bemühe mich, diese seltsamen Träger zu fassen. Geschafft! Jetzt noch schnell 'runterziehen und dann ab! Mich hat doch keiner gesehen? Was soll denn das jetzt? Hab' mich verheddert, diese komischen Träger, da ist was Glänzendes dran, haben sich um meinen Hals geschlungen. Ich kann nur denken:' Raus hier, schnell weg!' Böse Falle, die allerbeste Hose mir nach! Draußen gießt es, was soll's! Ich komme raus, wer steht da, meine Ulli, ob sie mich vielleicht gesucht hat? Ulli nimmt mir die Bux ab und geht damit in die Garage. Mal eben hören, ob Opa sie noch anziehen will? Ich schwöre, sie ist weder dreckig noch nass, aber wenn meine Ulli nicht rechtzeitig gekommen wäre, tja, dann wäre sie 'nen Fall für den Lumpensack! Ob ich trotzdem Oma Hanne und Opa Willi noch besuchen darf? Bestimmt, die Beiden freuen sich immer so, wenn meine Mama und ich vor ihrer Haustür stehen und anklopfen!

Wachhundevorschule!
Jetzt wird's ernst, ich nehme mir meine Ayla ab sofort richtig vor. Morgen wird sie Zwölf Wochen, ich denke, unsere Zeit ist gekommen! Ich hab' beschossen, meine Kleine geht ab sofort bei mir in die Wachhundevorschule! In meiner Vorschule lernt sie Sachen, wie Unterwürfigkeit, Strammstehen vor'm General, klar, das bin ich in diesen Revier, ja, Leute, noch! Doch wie in jeder Vorschule stehen Dinge wie Spielen und Toben im Vordergrund, darum lasse ich es mir gefallen, von meiner Minimaus überrumpelt zu werden. Dann hat sie einen Riesenspaß! Ich glaub', sie meint sie könnte es mit mir aufnehmen! Ich lasse sie auf mir 'rumklettern, lasse mir mein Spielzeug wegnehmen und viele solche Scherzchen mehr! Aber lasst meine Ayla mal sechszehn Wochen alt sein, der Welpenschutz geht dann verloren, dann wird's ernst!
Ich werd's von ihr verlangen! Was ich verlangen werde? Na, das Gelöbnis ihr Zuhause stets zu bewachen, da mag kommen was will. Oder sagt man auch 'Rot-popo-pudern'?

Ab dann hat sie zu lernen, das nicht jeder in unserem Hause willkommen ist, es sei denn unsere Leute lassen ihn herein! Sie muß mitkriegen, daß ihr Wuff kein abschreckendes Wuff ist, wenn man sie jetzt so anhört, klingt es mehr wie ein Wüffchen. Aber, was verlange ich mit zwölf Wochen! Da ist ein Wüffchen doch wohl noch in Ordnung! Knurren, das darf ich nicht vergessen, auch das muß sie noch beigebracht kriegen. Ich weiß, sie meint , sie könnte es schon, hört sich aber nicht an wie 'Grrrrrr' , eher wie ein Schnurren eines Kätzchen. All' das, muß sie halt noch erst lernen, auch Ayla will mal ein so guter Wachhund werden, wie ich einer bin! Dann muß ich ihr noch beibringen, daß Klopapierrollenbeißen nicht toll ist ( ich mache es nur noch in unbeobachteten Momenten ). Ich hoffe, wenn meine kleine Ayla mal richtig große Zähne hat, wird auch dieses besser, dann verfangen sich meinen Beine nicht mehr ewig in abgerolltem Klopapier! Das wäre schon nett!
Wenn dann endlich die 'Rekrutenzeit' vorbei ist, bin ich vielleicht gewillt eine Obergefreitin aus ihr zu machen, so mit Orden und Abzeichen, aber dann will ich auch Leistung sehen!
Warten wir's einfach erst mal ab, meine Kleine wird sich schon mausern?!


Mama hat mich schon vorgewarnt!
Meine Mama hat mir gejault, 'Hör' mal Mädel, wenn Du in ein Haus gehen sollst, was ganz toll nach Tier riecht, dann sei bitte auf der Hut! Das ist nicht gut da, die Menschen kommen mit allem Möglichen auf Dich zu und piesacken Dich. Pass' bloß gut auf!' Ist ja in Ordnung, aber was Mama bloß immer hat. Ich jedenfalls werde heute gegen Abend in unser Auto verfrachtet, wir fahren links, rechts, Ampel und geradeaus, und stopp! Raus aus der Karre, jetzt kommen mir Mama Wauwaus wieder in den Sinn, 'Pass gut auf', hat sie gebrummt. Schlagmals kommen mir ihre Worte wieder in den Sinn. Meine Leute, übrigens Ron und meine Ulli locken mich, 'Ayla komm', nicht mit mir, ich höre auf Mama! Aber gucken werd' ich doch wohl dürfen? Ich schieße vor, Klar, Richtung Parfüm, dann Klingeln, und Tür auf, was habt Ihr denn gedacht? Die Menschen darin lassen uns doch nicht im Regen stehen. Ich also rein, muss gestehen, hab' Mamas Worte fast vergessen. Wer erwartet mich, ein Mixrüde zwischen Dackel und Spitz und eine halbwüchsige Lady, Rhodesian Ridgeback! Meine Ulli fragt, das würdet Ihr von Euren Menschen doch wohl auch erwarten: ' Beißt einer von denen?' Nach einem mehr als klaren 'Nein', konnte ich diesen ekligen Strick vergessen, durfte mich frei bewegen, und das bei einem Tierarzt. Irgendwie hab' ich 'nen bekannten Duft in der Nase, irgendeinen, oder mehrere, diese Menschen hier kenne ich, hier fühle ich mich wohl! Wieder kommen mir Mamas Wuffs in den Sinn, was sie wohl hat, hat sie vielleicht miese Erfahrungen machen müssen?
Ich gehe jetzt jedenfalls erst 'mal auf Entdeckungskurs, Ihr glaubt doch wohl nicht, daß ich blöde bin, oder? Ich hab' wohl gelauscht, dass da hinten eine Tür aufsteht, schnell hin! Dann direkt vor der Tür hab' ich erst einmal vorsichtig in die Bude 'reingelinscht, drei Menschen und nur eine Feuchtnase! Da kann mich keiner mehr halten, muß doch sehen, was hier ab geht! Klaro, ich springe sofort an einem Menschenbein hoch, den da kenne ich, der ist toll, ob der spielen will, jetzt, sofort? Fehlanzeige, er will nicht, er streichelt mir zwar die Rübe mit den Worten: 'Fräulein von der Ponderosa, Du hast hier jetzt noch keinen Zugang' und bugsiert mich raus. Wäre doch so gern noch zu dem Schnauzer auf den Tisch geklettert. Bin doch unbefangen, mag doch auch Schnauzer. Aber nichts da, dieser Mensch bringt mich zu meinen Leuten, Ron und Ulli. War wohl nichts mit Spielen auf diesem seltsamen Tisch! Meine nächste Gelegenheit kommt gleich darauf, wieder steht 'ne Tür auf, so schnell lass' ich mich doch nicht aus der Fassung bringen. Schließlich muß ich noch erst mal alles lernen und verstehen können! Wenn Ihr noch so 'nen Zwerg wäret wie ich, dann würdet Ihr mich verstehen! Meine Mama hat gebrummt, 'da gibt es 'nen ganz dusteren Raum', den muß ich jetzt wohl erwischt haben. Bin 'reingeschlichen, als hätte ich Filzpantinen an, ganz vorsichtig, ganz leise, schließlich will ich sehen, was hier Sache ist. Ich sehe dieses seltsame Ding, nun ja, hab' noch keinen Vertrag damit, kann mich doch nicht belasten! Aber jetzt ganz schnell wieder in Sicherheit, schnell zu meinen Leuten, die beiden passen schon auf, Mamas Worte!
Und dann, ich hab' noch lange nicht alles untersucht, ich höre eine Stimme, 'Frau Achteresch mit Ayla' , Mensch, das sind ja wir! Nix wie hin! Endlich darf ich wirklich alles in Augenschein nehmen. Sämtliche Ecke laufe ich ab, alle Flächen werden genauestes von mir unter die Lupe genommen, man lässt mich sogar! Dann aber ist mein Minütchen gekommen, ich hab' schon wieder meine Mama in den Lauschern, ' Pass' gut auf!' Der Mensch steht hinter mir, befühlt mich, tastet, sagt man das so? mich ab! Dieses eiskalte Ding, sicher auch mit dem hab' ich Bekanntschaft machen müssen, und erst das Rohr, mit dem er mir in die Ohren geguckt hat, nun ja schön war's nicht, aber so schlimm?
Ich schaue diesem Menschen zu, der zieht aus zwei Ampullen eine Flüssigkeit in ein ganz spitzes Ding. Ich hab' nen Glück, für mich ist das nicht, bin doch gesund. Clever wie er nun mal ist legt er das Ding zur Seite, Tür auf zum Nachbarraum, weg ist er. Da hab' ich noch mal Glück gehabt! Hab's doch gewusst, dieses Piekding ist nicht für mich! Und warum kommt er jetzt wieder, ahhh, Belohnung, weil ich so lieb bin! Jede Menge Leckerchen, nur für mich! Mit den Leckerchen hab' ich 'ne Menge zu tun. Ich muß sie ganz schnell aufknabbern, sie schmecken toll. Aua, ein Piek in den Popo, naja egal, wird mich wohl wer gezwickt haben! Aber die Leckerchen sind super! Hierher komme ich noch mal wieder, ich verstehe immer noch nicht was meine Mama gegen Tierärzte hat? Was bloß? Diese Leute hier sind jedenfalls ganz lieb!

Bärbel?
Heute Morgen, hab's natürlich ganz genau mitbekommen,
schließlich passe ich immer genau auf: Meine Chefin hat mit der Frau von meinem Halbbruder telefoniert. Hab' genau aufgepasst, welche Nummer sie wählt, Nachbarkaff und dann Bärbel!
Hundeplatz, dieses Wort hab' ich natürlich gelauscht. Ob ich auch mitkommen kann? Aber soll ich mich eine Stunde an diese seltsame Kette zwischen den wahnsinnigen Schäferhunden legen lassen? Muß' ich nicht haben, wir lassen es lieber. Mit Halbbrüderchen Aron spielen, o.k. aber 'ne gute Stunde auf ihn warten? Nicht mit mir!




Agility?
Heute war ich wieder mit unserer Ulli auf diesem Schäferhundeplatz, bin auch freiwillig und zügig Richtung Platz marschiert. Jetzt weiß ich doch, was da los ist. Jede Menge Spaß kann man da haben und jede Menge Freunde finden, hab' getobt mit 'Lady' , sie ist eine Labrador-Mix-Dame und schon etwas älter als ich. Gabi, unserer Trainerin, wollte uns glaub' ich bange machen, mit 'nem Regenschirm, 'Gabi, bin doch ein Hovawart. Kannst mir doch mit so'was keine Angst einjagen. Mir doch nicht, bin nicht solch ein Schisshase, wie manch' anderer hier! Hab' schließlich schon 'ne Menge erlebt in der Welpenstube mit unseren zwei Menschenkindern!'
Wir alle um den Regenschirm herum, das ist doch nun wirklich nicht schlimm, mir hat's jedenfalls nichts ausgemacht. Weiß doch längst, der knurrt nicht, also beißt er auch nicht! Und dann, ein kleiner Wind, der Schirm fliegt weg. Ich muß sofort hinterher! Halt, bin an der Leine, so 'nen Pech aber auch!
Später holt die Gabi etwas Großes, Rundes und zieht es auseinander, da soll ich durchlaufen, glaubt Ihr ich bin blöd? Erst muß ich gucken, wie meine neuen großen Freunde das machen, dann denke ich mal drüber nach!
Einige kennen dieses komische Etwas wohl schon, laufen die doch glatt einfach so los. Kann nicht so schlimm sein, das will ich auch!
Jetzt stehe ich davor, ein großes rundes Loch, ganz weit hinten, immer noch nur Loch, ich höre Ulli Stimme, ' Ayla komm!' Ich kann sie nicht sehen.
Bin ich denn doch eine Bangebux? Was soll ich tun, hab' doch schließlich auch Stolz!
Gabi und Ulli schieben das Ding ein Stück weiter zusammen, wieder stehe ich davor, ich trau' mich nicht!
Das hätte ich ja nun nicht gedacht, ich schaue in den Tunnel hinein und da liegt sie, meine Ulli liegt auf dem Bauch am anderen Ende. Der Platz ist ganz nass und total matschig, die Jeans meiner Chefin ist nun nicht mehr blau, sondern jetzt grau ,braun, modderig und nass! 'Macht doch nichts!' Naja, Hovileute müssen halt über sich und den Hovi lachen können, sonst passen sie nicht zusammen! Hab' gesehen, meine Ulli kann das!
Gleich noch mal, das hat Spaß gemacht, jetzt kann der Tunnel auch weiter auseinander gezogen werden. Und gleich will ich um die Ecke laufen. Muß meine Ulli nicht mehr unbedingt sehen, weiß doch, das sie hinten auf mich wartet!
Nächste Übung, Reifensprung, das ist wohl ein klein wenig übertrieben, kann besser Reifenklettern. Ich stehe, nachdem ich erst mal zugesehen hab', vor 'm Reifen. Ganz tief ist er aufgehängt, hätte durch robben können! Wo ist nun das Problem? Ich steig' da ganz mutig durch, und Lob und Freude.
Das hab' ich toll gemacht! Soll ich Euch jaulen, das ist 'nen Klacks! Wir alle sind ein paarmal durch diesen Reifen geklettert, hab' schon gedacht, das war's für heute. Ich will noch nicht nach Hause, ich find's toll hier.
Doch Gabi beschließt, wir können versuchen über die Pyramide zu klettern. Auch bestimmt kein Thema für mich, ob ich mich da mal nicht täusche?
Richtung Pyramide, klar ich kann's kaum erwarten, dann steh' ich plötzlich davor. Da soll ich hoch, auch nicht mit Hundewurst. Meine Ulli lockt mich, Gabi schiebt vorsichtig von hinten, soll doch meine Angst besiegen, soll doch wissen, wenn meine Ulli sagt, 'Das kannst Du machen!', dann ist es nicht gefährlich. Vertrauen aufbauen nennt man so'was!
Apropos Pyramide! Zweimal hab' ich es gemacht, aber nur mit Widerwillen. Kann doch nicht wirklich darauf bauen, daß sie mich nicht an der Seite runterplumpsen lassen. Bin nicht geplumpst! Ob ich Vertrauen haben sollte, was meint Ihr? Tagelang hat's nun geregnet, dieses Teil ist nass und glitschig, jetzt will ich aber nicht mehr, will zu meiner Mama!
Ein paar Worte von Gabi,' Macht Eure Hund von der Leine, Spielen ist jetzt angesagt!' Heute durfte ich das erste Mal mitspielen, ich hab' mich so gefreut. Die Leine ab und los geht's. Endlich kann ich alle Hunde kennenlernen, es sind Babies wie ich hier, aber auch schon richtig große Hunde. Wir alle rennen durcheinander und natürlich um die Wette. Rennt mich da doch glatt ein großer Schäferhund um, fliege bestimmt einen guten Meter weit. Huch, da sitzt 'ne Wucht hinter, das ist 'n Kamerad.
Aber, da kann er schon drauf warten, auch ich werde mal ein großer Hund sein, dann werde ich 's ihm zeigen!
Jetzt bin ich fix und fertig, will aber nun wirklich nach Hause.
Also Leine an mein Halsband, und runter vom Platz.
Auf dem Weg zum Auto kommt uns ein Hund mit Frau entgegen, der sieht genauso aus wie meine Mama. Schon von Weitem höre ich ihn bellen, kann es kaum verstehen. Was bellt der? Hört sich an wie 'Hallo, kleine Nichte', ob er Eper Pielepattenplatt bellt? Ist das vielleicht Onkel Aron? Endlich sind wir auf einer Höhe, hab' mich sofort mit ihm angefreundet. Demnächst spielen wir alle, Mama, Onkel Aron und ich auf einer großen Wiese. Bestimmt rennen die Beiden mich dann über den Haufen, bin doch sicher unterlegen!
Oder meint Ihr vielleicht, ich kann da mithalten? Kann noch unter deren Bäuche herlaufen, ohne mich zu ducken oder anzustoßen. Wenn meine Mama fünf Schritte läuft, dann laufe ich wenigstens doppelt so viele.
Mann, ist das alles ungerecht, will auch schon groß sein!
( Ich finde es ganz wichtig , schon sehr frühzeitig mit einem Welpen auf den Hundeplatz zu gehen. Er gewöhnt sich an fremde Artgenossen und an den Platz an sich. Schließlich soll er später dort seine Ausbildung erfolgreich abschließen. Jeder Grashalm ist ihm dann schon bekannt, auch Freundschaften zu Hunden und Menschen sind schon gefestigt! Selbst in Babytagen ist es schon möglich, eine Art Grundgehorsam zu üben, später fällt dieses Alles viel schwerer!
Vor allen Dingen wird der Umgang mit Artgenossen spielerisch eingeübt!)



Gewissen?
Muß ich mir das antun, muß ich mich jetzt wieder an meine eigene Babyzeit erinnern? Liege ich doch einfach so auf meiner Decke und döse, da kommt's mir in den Sinn. Was hab' ich eigentlich alles angestellt, als ich klein war? War ich auch ein solcher Wirbelwind wie meine kleine Ayla jetzt?
Ich denke und grübele, da fällt's mir ein, ja, einmal ein alter Schlappen von Opa, und , ich bell's Euch wirklich nur ungern, Tapete hab' ich abgezogen und natürlich hab' ich jede Menge Papiertaschentücher auf dem Gewissen. Aber ob ich so war wie meine Ayla? ich glaub' es nicht.
Da hat sie doch gestern meinem Freund Ron eine Scheibe Kinderwurst vom Brötchen gezogen, blitzeschnell ging das, so schnell konnte niemand hier reagieren, nicht mal ich. Ich glaub', mir stand mein Maul offen, so entsetzt war ich. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Sekunden später war das Leberwurstbrötchen, aber nur eine Hälfte, verschwunden, die Kleine ist flink, das muß der Neid ihr lassen!
Die neueste Schandtat, wollt Ihr es wirklich wissen?
Oma hat sich heute Morgen neue Schuhe gekauft, Halbschuh, schön schwarz und glänzend! Ich höre einen Schrei, 'Nein', da sehe ich schon die Kleine mit Schuh über den Rasen flitzen, Oma Hanne gleich hinterher. Sie konnte ihren neuen Schuh noch rechtzeitig retten, bestimmt hätte Ayla damit das Gleiche gemacht, wie mit Ulli Birkenstock Schlappen! Zerfressen, säuberlich klein zerlegt!
Nächste Untat! Mein kleiner Freund Rick hatte ein kleines Schmusetierchen, von Geburt an war es sein ständiger Bettgenossen. Möchte nicht wissen, wieviel Trost dieses kleine Nilpferdchen, genannt 'Lilli', ihm schon gespendet hat. Alles hat es mit ihm durchlebt, wirklich Alles! Es wurde jahrelang benuckelt ( ein riesiges Lob an Rick, mit fünf war das Nuckeln vorbei!), dann geknuddelt und beschmust. Dann kommt meine Ayla und es ist dahin. Zunächst war Rick ganz traurig, dann hat er für sich beschlossen, 'bin jetzt sieben Jahre alt, jetzt bin ich groß! Da brauche ich keine Lilli mehr!' Ich glaub' meine Ulli ist froh, daß es so gekommen ist. Niemals hätte sie es ihm wegnehmen können, jeden Abend wurde es wie wahnsinnig gesucht, doch wenn Ricks kleine Freundin es kaputtmacht, dann ist alles nur halb so schlimm! Rick liebt meine Ayla über alles!
Sobald er sie sieht, ist toben angesagt. Möchte nicht wissen, wie viele Sweatshirts und Schlafanzüge schon dran glauben mussten! Übersät mit Rissen, teilweise sind ganze Rückenteile zerfleddert, ich darf nicht ganz so streng mit Ayla sein, gerade jetzt sehe ich den Blick meiner Ulli, ' Warst Du besser?' Belle ich doch lieber 'was anderes!


Komme schon!
Jeden Abend werde ich hier aus meinen vier Wänden rausgelockt, 'Ayla komm!' Terrassentür auf , klar ich folge meiner Ulli, ich schnüffel erst mal den gesamten Garten ab, dann finde ich sie, die Stelle. Jetzt muß ich erst mal Pipi machen, hocke mich hin, und sofort 'Toll hast Du das gemacht, braves Mädchen!' Ob sie meint, ich hätte das noch immer nicht begriffen, Pipi draußen, ist doch klar. Meine Ulli versteckt sich anschließend immer hinter einen Strauch, zuerst hab' ich gedacht, sie will Verstecken mit mir spielen. Bin immer freudig hingerannt, aber kein Versteckenspielen, ich glaub', das war's nicht! Meine großes Geschäftchen soll ich auch draußen erledigen, sie will keine Stinkerei im Haus! Klaro, weiß ich doch längst alles, bin doch nicht blöd!
Ich hab' es mir zur Gewohnheit gemacht, dass wenn ich anschließend wieder auf meiner tollen Decke Platz nehmen darf, dass ich erst 'nen Moment abwarte. Jeden Abend freut sich meine Ulli, sie meint, ich bleibe unten, bei Mama! Ich warte genauso lange, bis ich lauschen kann, sie geht jetzt in die Kiste. Weiß schon ganz genau, wann die Decke hochgezogen wird! Dann ist mein Minütchen gekommen! Ich schleiche mich hoch, zu meiner Ulli ans Bett! Schleichen? Ich glaub' eher, ich klabaster hoch, bestimmt hören selbst unser Nachbar dieses Getrampel! Muß doch jede Stufe erst noch erklimmen, meine Beine sind noch nicht lang genug, um halbwegs lautlos die Treppe rauf zu kommen! Aber ich schaff' das schon, und ganz alleine! Dann, hab' mich wirklich quälen müssen, leg ich mich vor Ullis Bett. Pech gehabt, sie hat's mitgekriegt, aber wieso eigentlich Pech gehabt? Ich freue mich, Ullis Hand kommt runter, sie knuffelt mich. Ob sie schon auf mich gewartet hat? Meine Leute hab' ich lieb! Noch nicht ein einziges Mal haben meine Leute mich weggeschickt, ich denke, sie freuen sich, wenn mein super weiches Fell vor ihnen liegt. Superweich, das hab' ich meiner Chefin zu verdanken, sie meint, je eher ich ständig gebürstet werde, desto weniger Probleme gibt es, wenn ich erwachsen bin! Meine Ulli und auch meine Menschenwelpen brüsten mir so oft das Fell, ich finde es megatoll! Mag es gern, wenn ich geschubbert werde, leg' mich immer gleich auf den Rücken!

( Unsere Babies sind schon vier oder fünf Wochen nach der Geburt das erste Mal gebürstet worden. Ganz vorsichtig zwar, aber sie wissen es nicht anders. Ich möchte auch nicht von einem ausgewachsenem Hund angeknurrt werden, nur weil ich mit einer Hundebürste erscheine. Ich denke mir, was ein Hovibaby in frühester Kindheit kennen- und liebengelernt hat, wird es immer mögen. Auch solche Dinge wie Ohren reinigen, oder in die Schnauze schauen ist unseren Babies von klein auf nichts Neues. Habe großen Wert darauf gelegt, das sie alles Mögliche kennenlernen! Unsere Ayla liebt es gebürstet zu werden, sie reißt ihr Mäulchen ganz weit auf, wenn ich ihre Beißerchen inspizieren will, nie hat sie negative Erfahrungen machen müssen, für Ayla ist das alles nur Spiel!



Schwesterchen!
Meine Chefin hat mit geflüstert, vielleicht besuchen wir, Ron, Ulli und ich in den nächsten Wochen mein Schwesterchen Aisha. Mama hat sich angeboten, den allerschwersten Wachdienst zu übernehmen, aber ich soll ja dann bellen, wie es ihr Baby getroffen hat. Ganz genau aufpassen soll ich! Bestimmt werde ich bald Detektiv, dabei will ich doch nur mit Aisha an der Ems spielen. Ob Aisha mich noch wieder erkennen wird? Bestimmt, wir zwei waren doch so lange zusammen. Hoffentlich bekommt meine Ulli das ganz schnell auf die Reihe! Hab' immer so schön mit Aisha gespielt, sie fehlt mir denn doch, und das, obwohl ich ja schließlich immer noch meine Mama hab'. Mama ist aber keine Schwester, vielleicht müssen wir uns ja auch bald schon mal Frauenprobleme bellen, ich will sie nicht aus dem Riecher verlieren!



Onkel Aron!
(Aron)
Wenn ich doch nur deuten könnte, warum meine Mama heute so aufgeregt ist? Irgendwie ist sie im Moment genauso hibbelig wie ich, und das will was heißen. Ob da irgendwas an mir vorbeigegangen ist? Hab' wohl doch nicht alles mitgekriegt!
Meine Ulli führt was im Schilde, könnt' ihr mir glauben! Ob das wohl bescheuert ist, alle wissen Bescheid, nur das Kleinste des Hauses hat mal wieder keine Ahnung! Ungerecht ist die Welt!
(Ayla)
Bemühe mich doch wirklich, ja Nichts zu verpassen, hat dieses mal wohl nicht geklappt. Wenn ich nur rauskriegen könnte, was hier los ist! Bin wohl doch noch nicht so schlau wie meine Mama. Ihr solltet sie mal sehen, sie rast hier rum, keine Ruhe im Balg! Mama macht ja selbst mich wahnsinnig!
Fest steht, etwas ganz Besonderes passiert heute für meine Mama!
Ob Mama das gemerkt hat, weil Chef Uwe mit der Fiets zur Arbeit gefahren ist. Sollen wir etwa zum Arzt? Doch nicht schon wieder! Bin doch längst schon voll durch geimpft!
Außerdem führt Mama bestimmt nicht solche Freudensprünge durch, wenn es Richtung Arzt geht. Bange ist sie da, kann sie nicht leugnen!
Wo soll es denn hingehen, Hundeplatz vielleicht? Hat Mama irgendwelche Dummheiten vor, um sich mal wieder richtig von der Hoviseite zu zeigen?
Jetzt dreht Mama richtig durch, da kommt wer! Ging - gong!
Mama auf die Klinke, abgeschlossen! Solch 'nen Mist!
Moment mal, die Frau kenne ich auch, war schon hier bei uns, als ich noch ein winziger Hosenscheisser war! Diese Frau hab' ich schon lange in meinem Riecher, Momentchen, gleich weiß ich es!
Eben hochspringen um die Schnute zu lecken, dann fällt's mir bestimmt ein! 'Danke', sie kniet sich hin, um auch mich zu streicheln. Ganze Schuppenfische fallen mir von den Augen! Ich hab's erraten!
Bärbel!
Ich kann Onkel Aron ganz deutlich riechen, und noch einen, den kenne ich aber noch nicht! Mama brummt,' Du schnupperst Eiko!' Ist wohl nicht so ganz gut auf Eiko? zu sprechen, könnte das sein? Wie kann das sein? Er duftet doch so lieb!
Wen erspähe ich da, ist das nicht Onkel Aron in dem blauen Auto? Will ich jetzt genau wissen! Ich raus, mich hält hier nichts mehr! 'Hallo, Onkel Aron', er kann's wahrscheinlich kaum verstehen, er sitzt im Kofferraum. Warum kommt er nicht raus? Wir können doch dann spielen, wir alle Drei!
Irgendwie, na, kann's ja auch nicht wissen, wie das läuft! Muß meine Erfahrungen doch noch erst mal sammeln!
Mama ist blöd, rennt sie doch einfach an Aron vorbei zu unserem Auto. Ich glaub' sie wird langsam alt, Mama ist schließlich schon drei Jahre, wird man da schon leicht senil?
Wer hat letztens gesagt, Hovis werden mit zwölf oder dreizehn Jahren alt?
Ob Mama weiß, was hier abgeht? Ich denk' schon, bestimmt ist es besser gleich hinter ihr herzurennen, was meint Ihr?
Nun sitzen wir hier, vor der Kofferraumklappe. Ob das der Kick sein soll?
Unsere Ulli muß noch erst die Haustür dicht machen, klar, sind keine Wachhunde im Haus!
Bärbels Auto fährt weg, das darf doch wohl nicht wahr sein!
Ich muß ein ganz ernstes Wörtchen mit Mama bellen, hab' doch schon vermutet, sie rafft es nicht mehr!
Ich glaub's nicht, Kofferraum auf, Mama springt herein, ich werde rein getragen. Darf doch noch nicht springen, aber können würd' ich es, verlast Euch drauf!
'tschuldigung, hab' ich gedacht, Mama weiß schon, was sie tut!
Meine Menschenkinderfreunde Ron und Rick müssen noch einsteigen, ich höre: 'Anschnallen!', Motor brummt, auf geht's!
Kann nur die ganze Zeit denken, hoffentlich finden wir das Auto mit Aron drin wieder!
Toll, da steht es, am Waldrand!
Muß doch glatt sofort denken, die Welt ist voller Schilder! Das erste, was ich sehen kann, Schild mit Flieger drauf! Mama bellt, 'das ist ein Vogel. Das Schild bedeutet: Naturschutzgebiet!' Mensch, Freunde, was Mama alles weiß! Das Nächste hätte Mama sich aber wirklich sparen können, ' Hier musst Du Dich anständig benehmen! Bellen und solche Scherze sind hier nicht erlaubt, Du stört Tiere, die hier Zuhause sind! Merk' Dir das gefälligst!'
Kaum wird die Kofferraumhaube aufgemacht, geht' schon los, bellen was das Zeug hält! Aron und meine Mama sind nur noch ein Fellknäuel! Muß richtig gut aufpassen, damit ich sie nicht verliere. Wo, bitte schön, ist mein Vorbild? Hab' ich so 'was?
Mama hat das Fliegerschild wohl vergessen, aber mir 'nen Vortrag halten! So 'was hab' ich gern!
Auch ich möchte Onkel Aron begrüßen, ich springe auf ihn los. Ich glaub', jetzt hat er erst bemerkt, bin auch da. Hab' schon mitgekriegt, Mama und Onkel Aron sind echte Freunde, oder sagt man 'Ballerkameraden'? Die sind wirklich hovimäßig drauf! Wenn ich da mithalten will, dann muß ich demnächst mit meinen Menschenfreunden zum Training, egal, Schwimmen oder Taek-won-do! Kondition bekommt man immer, und die geht mir noch mächtig ab! Mama geht ja auch mit Boss Uwe joggen, ich darf nicht mit! Warum eigentlich? Muß ich Mama nachher mal fragen? `Das kann doch nicht angehen, ich bin einfach zu langsam!
Warum stehen die Beiden da einfach so 'rum? Ob die nicht weiter wissen, oder was soll das? Hab' sie endlich eingeholt, und jetzt einfach so Stopp! Soll ich Euch mal bellen, hab' schon fast gedacht, meine Mama wäre einfach so weg! Kann doch nicht sein, Mama hat mich doch lieb!
Unser Vierergespann kommt von hinten angetrabt, aha, die beiden Großen warten auf ein Kommando! Klar, ich komm' schon noch dahinter!
Ein Armzeig unserer Chefin, und ab geht's auf die große Wiese, klar Unsere, die mit dem großen Weiher!
'Jetzt kannste 'was erleben!', Arons Wuffer!
Ich hab' die ganze Zeit gedacht, das ist nicht wahr! Hab' mich bemüht, wirklich bemüht! Wer kann mir bellen, wo hat Mama bloß die Ausdauer her?
Ob Onkel Aron gemerkt hat, das ich erst vierzehn Wochen alt bin? Aber, Ihr könnt es glauben, daran wird' ich arbeiten!

Mein Onkel Aron ist ab sofort mein großes Vorbild, hab' doch gesehen, der kann schwimmen. Mama geht ja doch nur bis zum Bauch ins Wasser! Vielleicht treffe ich Aron ja mal alleine, bestimmt lehrt er es mich! Muß es ihm jetzt , sofort bellen! Ich will das auch können! Schwimmen ist toll!
Unter uns Hovis
ist es ein Muß, sich bei unseren Menschen trocken zu schütteln. Wasser ist doch 'was Supertolles! oder vielleicht nicht? Jedenfalls sind die großen Menschen um uns herum pläddernass! Die zwei großen Menschen meinen: ' Ihh, hatten wir das schon mal?' Jetzt sagt bloß noch, die alle haben so 'was Tolles schon öfter gemacht! Ohne mich? Wo bin ich denn dann gewesen?
Mama hat mich sofort aufgeklärt: ' Da warst Du, meine Kleine, überhaupt noch nicht geplant!' Ich soll nicht geplant gewesen sein? Das belle ich nachher sofort meinen Geschwistern, die sollen auch wissen, wie das hier zugeht! Hab' ich vielleicht 'nen Gedankenfehler, wer hilft mir auf die Sprünge?!
Hab' ich doch heute mitgekriegt, gegen die großen Hovis kann ich einfach noch nicht anrennen, muß jetzt doch glatt meinen eigenen Part machen, in meinem Tempo!

 

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