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Einmal Hovi - immer Hovi !
Abenteuer und Geschichten unserer Hoviladies
© by Ulrike Achteresch

K a p i t e l  6

Bin total erledigt!
Wenn ich nur wüsste, was heute geschehen wird? Mich verfrachten meine Leute in den Kofferraum, mein Menschenfreund Rick steigt ein, er ist ganz in schneeweiß gekleidet. Das sieht ulkig aus, wo der wohl hin will?
Nach einigen Minuten steigt er an einem Haus aus und Ron steigt bei uns ein! Auch er hat solch 'ne weiße Kluft an. Irgendwie bin ich im falschen Film, was soll die Verkleidung? Was geht hier ab? Mein Ron erklärt, er war beim Taek-won-do, das ist eine Kampfsportart, er hatte Training! Ach so, das kann ich doch nicht riechen. Ich hab' drüber nachgedacht, warum Mama nicht mitfahren durfte, haben wir das nicht schon mal gehabt? Ob wir zur Welpenspielgruppe fahren? Da geht's nicht lang, wir müssen doch geradeaus!
Mein Boss hält vor einem Gebäude mit 'ner ganz großen Uhr, da fahren Riesenstahlkolosse auf Schiene hin und her. Bahnhof sagt man dazu! Was soll ich hier machen? Ich kann sie sehen und schon schnuppern, meine Freunde vom Hundeplatz. Haben sie den Hundeplatz verlegt, üben wir jetzt hier?
Meine Chefin flüstert mir in meine Lauscher, heute trainieren wir Sachen, die man auf einem Hundeplatz nicht machen kann, in Züge einsteigen, Treppen laufen, Stadtgang, über Brücken mit Schleusen gehen und viele andere Sachen mehr!
Wir also erst in den Bahnhof! Die erste böse Falle für mich! Kann keine Treppe herunterkommen, was soll ich tun? Kann doch nicht einfach hier sitzen bleiben, da kommt mir schon Hans der Trainer zur Hilfe. Meine Ulli und er locken mich herunter, muß mich denn doch wohl überwinden! Mit einem Stückchen lecker duftender Hundewurst direkt vor meiner Nase geht alles, geschafft, bin unten! Dickes Lob von meiner Ulli!
Dann die nächste Treppe wieder rauf, und wir sind am Ziel, Bahnsteig! Ein Zug fährt ein, boh, ist das laut, muß jetzt aber ganz schnell gucken, wie er von ganz Nahem aussieht! Der ist vielleicht groß. Mit lautem Zischen gehen die Türen auf, soll ich da wohlmöglich reingehen? Aber nicht allein, das kann ich Euch aber flüstern! Schon stehen meine Ulli und ich vor den Stufen zum Zugabteil. Da ist ein breites Loch, wenn ich da nun reinfalle? Gabi und Hans beschließen, ich bin noch etwas zu klein, um das zu schaffen! Gabi setzt mich auf die erste Stufe, jetzt muß ich aber allein weiter. Ich schaff' das schon, wäre doch gelacht, bin schließlich ein Hovi und keine Bangebüx! Bin drin, war gar nicht so schlimm! Wir tapern durch das Abteil und dann, die ganze Prozedur rückwärts, ich soll wieder aussteigen! Schon wieder dieses Loch. Jetzt trägt meine Ulli mich raus! Hab' endlich wieder Pflastersteine unter den Pfoten!
Wir alle wieder raus aus dem Bahnhofsgebäude, über die nächste Straße. Muß ganz schön schnell laufen, damit kein Auto mich plattfährt! Die Autos rasen hier hin und her, grässlich!

Ich glaub, ich schiel! Sind die denn alle total wahnsinnig, nee, mit mir nicht! Soll ich Euch mal bellen, was ich tun soll? Ich soll eine Treppe raufmarschieren, durch die ich durchgucken kann. Eine Gitterrosttreppe! Hab' mich sehr schwergetan, ist doch sehr unheimlich und außerdem tut's weh unter den Pfoten.


Wieder duftet Hundewurst vor meiner Nase, und nach langer Zeit hab' ich es denn doch gewagt.

Wenn meine Ulli sagt, ich kann das machen, dann kann ich auch! Nun stehe ich oben, sehe schon kommen, ich werde hier bleiben müssen, oder? Habt Ihr schon mal durch eine solche Treppe nach unten geguckt? Da soll es einem nicht schwummerig werden, selbst meine Ulli hat geschwankt, hab' das wohl gemerkt. Hab' doch gewusst, die lassen mich hier oben sitzen. Da kann ich einfach nicht wieder runter. Meine Ulli kann sich noch soviel einfallen lassen, 'Schätzchen komm, Ayla , Süße komm!' Auch die sagenumwobene Hundewurst wirkt einfach nicht! Das bringe ich einfach nicht.

Ob meine Ulli genug hat?, Sie geht einfach wieder runter, sagt nur ein klares 'Tschüss Ayla!' und geht. Ran an den Speck, ich bin ganz vorsichtig hinterher.

Toll es geht doch fast alles! Kann doch meine Chefin nicht allein lassen? Jetzt hab' ich wieder Spaß, meine Freunde warten schon auf mich. Was sehe ich da, mein Freund Fred, der ist eine Art Senfhund, alles Möglich ist bei dem drin, läuft ohne zu Zögern die Treppe rauf, muß gleich hinterher, muß ihm bellen, 'Junge, das ist aber ganz schön gefährlich, pass' gut auf!' Irgendwas hab' ich wohl nicht mitgekriegt, bin selber auch schon wieder oben! Aber jetzt weiß ich ja auch, das ich wieder runter kommen kann, wenn ich es will! Und wieder was gelernt!



Es geht weiter, Richtung Innenstadt. Huch, da steht was Komisches rum! Meine Kollegen knurren dieses Teil schon an, ob es vielleicht bösartig ist? Einer von ihnen hebt doch glatt sein Bein, da muß ich doch sagen, muß das denn sein? Jetzt bin ich dran, muß dieses Etwas genau begutachten!

Was soll das denn sein, es ist kalt und hart, er brummt nicht und bewegt sich auch nicht. Daneben steht ein Mann, auch still und stumm, genauso kalt! Meine Ulli erklärt, ' das ist der Schwienetöns, der heilige Antonius mit seinem Schwein! Er ist aus Bronze! ' Nun verstehe ich es, darum die Kälte, darum machen die Beiden sich nichts aus uns, sind Statuen, aha!



Wir gehen an vielen Geschäften vorbei, überall bleiben die Leute stehen, um zu sehen, was das für eine Meute ist. Muß Euch schnell bellen, wir sind alle ganz lieb gewesen, keine Rauferei, kein Bellen, außer Sparky, der nimmt das nicht so genau. Er ist zwar schon viel älter als ich, aber keiner weiß so genau, was er schon alles hinter sich hat. Sein Frauchen hat ihn aus dem Tierheim geholt und ich glaube, sie liebt ihn, trotz seiner Allüren!
Wir stehen vor einem großen Geschäft, jetzt soll ich zeigen, was ich alles schon kann! Kein Pipi, einfach nur zügig durchlaufen, und das mit durchhängender Leine! Schön Fuß, ich kann das schon, nur meine Schulter reicht meiner Chefin noch nicht bis zum Knie, kommt schon noch! Werde doch morgen auch erst sechzehn Wochen alt! Da geht eine große Tür auf, und Sparky und ich sollen darein! Aufzug! Tür zu, wir fahren hoch! Tür auf, Tür zu, wir fahren wieder runter, ob das wohl langweilig ist? Aufzugfahren ist doof!
Jetzt wieder schnell zurück zum Bahnhof, hat meine Ulli nicht 'was von Brücke mit 'ner Schleuse erzählt? Hab' sie noch nicht gesehen. Die ganze Hundemeute mit ihren Menschen dackelt zum Bahnhof, jetzt kommt's, Freund Fred macht Probleme, er will doch einfach nicht über diese Brücke! Er bellt, ' das bring ich nicht, das Wasser spült mich mit!' Stimmt schon, es ist wahnsinnig laut, bin aber denn doch neugierig, will mal genau sehen, wie das kann! Übermütig, wie ich nun mal bin, renne ich sofort hin, Fred gleich hinter mir her. Hab's ihm sofort gebellt, ' Wir sind quitt! Du hast mir bei der Treppe geholfen, ich Dir hierbei! Glückwunsch, haste gemerkt, alles ist nur halb so schlimm!'
Jetzt bin ich aber müde, will nur noch nach Hause zu meiner Mama, will mit ihr kuscheln und dann will ich schlafen!


( Eine Welpenspielgruppe ist eine ganz tolle Sache. Unsere Ayla hat heute mal wieder gelernt, daß sie alles machen kann, ohne daß ihr irgendwas passiert, wenn ich es ihr sage. Eine ganz wichtige Erfahrung für einen Hoviwelpen. Außerdem je früher mit einem Baby alles Mögliche geübt wird, desto besser ist das. So viele Erfahrungen wie möglich machen, das ist sehr wichtig. Auch wenn wir in den nächsten Monaten nie wieder eine solche Treppe laufen, vielleicht, sie wird es immer wieder gern tun, dank unserer Geduld und dank den anderen, etwas älteren Hunden! Hunde sind Nachahmungstiere, was die Anderen machen, machen Alle!)

Bin wieder im Auto, falle sofort um, Leute, ich hab' genug für Heute


Muß wohl geschlafen haben, als ich wieder aufwache, finde ich mich an einem Ort wieder, wo ich noch nie gewesen bin. Meine Leute erzählen was von Aisha. Wohnt hier etwa meine kleine Schwester? Ganz aufgeregt bin ich, mache vor Freude ein ganz klein bisschen Pipi auf meine Decke im Auto, nur ein ganz klein bisschen! Nicht weiter tragisch!
Klar, ich gehe mit, da geht sie schon auf, die Tür. Diese Frau kenne ich sehr gut, war so oft bei uns um ihre Aisha zu besuchen! Wo ist meine Schwester? ' Aisha, wo bist Du?'
Sie bellt, 'Komm schnell rauf, ich kann nicht runter, Treppensteigen ist nicht mein Ding. Falle bestimmt!'
Jetzt kann mich keiner mehr halten, ich rauf. Da steht sie, mein geliebtes Schwesterchen und freut sich. Fast wäre sie wirklich vor lauter Schwanzwedeln die Treppe heruntergefallen! Ihr könnt mir glauben, sofort haben wir uns wieder supergut verstanden! Es war, als wenn Aisha nie ausgezogen wäre. Klar, Toben und Spielen! Wer kommt denn da um die Ecke, ein Winzling von Hund! Jack Russel, sechs Monate alt. Er ist jetzt so groß wie wir eine Woche nach unserer Geburt, boh, der ist winzig. Muß immer wieder hinsehen! 'Ben heißt der', sagt Nicole, Frauchen von Aisha. 'Ist der Freund von Aisha, ist hier nur zu Besuch!'
'Hättest besser bei uns bleiben sollen, dann hättest Du Mama zum Spielen! Warum musstest Du so weit fortziehen? Will, das wir uns regelmäßig treffen!' In Aisha Zuhause hab' ich mich erst einmal genau umgesehen, muß nachher Mama mitteilen, wo Aisha wohnt, wie sie ist und na klar, alles drumherum auch. Mama will das ganz bestimmt wissen!

Wenigstens hat Aisha einen tollen Spielkameraden gefunden. Ich freue mich für sie!
'Jetzt will ich mit Dir spielen, will auch etwas von Dir haben!'
Kein Thema, wieder geht das kalbern los. Hab' wohl gemerkt, daß Aisha Mamas Fittichen entwichen ist. Sie ist viel dominanter als ich! Hat niemanden, der sie in ihre Schranken weist.

  
Das will ich Dir aber mal flüstern, das nächste Mal bringe ich Mama mit, dann hast Du aber schlechte Karten!'
Beide liegen wir, so wie früher auf Aishas Decke, hurra, sie lässt mich! Meine Chefin trinkt mit Nicole einen Kaffee, haben soviel zu erzählen. Muß aufpassen, muß es nachher weiterbellen!

So, Leute, Kaffee endlich leer geschlabbert? Können wir jetzt mal spazieren gehen, will die Ems sehen! Was das denn nun schon wieder ist? Ob das ein Tier ist? Oder ein Haus? Oder was?
Da hat Aisha mir einiges voraus. Sie muß mich ganz schnell aufklären: ' Die Ems ist ein Fluss genauso wie bei Euch die Dinkel, oder der Goorbach. Da gibt es tolle Böhnerwiesen, schön schlammig, hovimäßig toll!'
Jetzt kommt meine große Hilfe für Nicole und Aisha. Wohnungstür auf, die große Treppe wartet schon!
Mein Part, 'Ihr Menschen könnt schon mal herunter gehen. Alle, auch Ron und Rick!' Will doch mal sehen, ob Aisha mit nicht folgt! Muß ganz viel Geduld haben, soviel wie heute die Leute mit mir auf dieser scheußlichen Gitterrosttreppe! Belle: 'Aisha, komm!' Laufe schon zwei oder drei Stufen runter, ich kann das ja jetzt! Dann wieder 'Aisha, komm!' Nichts passiert, die steht da oben wie ein Ziegenbock! ' Du kannst mich mal, ich will jetzt runter! Tschüss!' Ja da hat sie gemerkt, ich meine es ernst. Sie kommt mir nach, vorsichtig aber sie kommt! hab' sie anschließend mächtig geknuddelt, hab' mich gefreut für mein Schwesterchen ' Prima gemacht!'
Jetzt aber nichts wie los, ab zur Ems. Wie Leine, Fuß? Auch das hat Aisha noch nicht raus! Meine Chefin nimmt sie an den Strick und zeigt Nicole, wie sie das 'Fußgehen' einüben muß. Leine durchhängen lassen, direkt beim Vorpreschen einen kurzen Ruck, noch ist Aisha klein und leicht genug für solche
Machenschaften. Jetzt muß sie erzogen werden! Hab' ihr gebellt, ' Bemühe Dich, Du kriegst ein Leckerchen und ganz viel Lob dafür! Und es zahlt sich aus!' Nach einigen Minuten hat auch Aisha den Bogen so halbwegs raus. Hab' doch gewusst, auch Aisha ist nicht blöde, sind schließlich aus einem Wurf! Klar, wir , ja auch ich, müssen das noch kräftig üben, wir sind aber auf dem allerbesten Weg! Ich höre es klicken, Leine ab, endlich sind wir frei, wir dürfen rennen und toben!

Meine Müdigkeit von vorhin ist schon ganz vergessen, ich spiele jetzt und hier, schlafen kann ich immer noch! Muß aber sofort schauen, was denn nun die Ems ist. Ist aber schon mächtig schummerig, 'Aisha, kommst Du mit?' Dann stehen wir beide davor, ein riesigbreites Wasser, Aisha hat Recht, wenn sie bellt, wie die Dinkel, nur viel größer!

Da kann ich nicht rein laufen, erstens ist es schon dunkel und zweitens weiß ich doch nicht, wie tief das ist. Was noch hinzu kommt? Dieses Wasser fließt ganz schnell, würde so ganz einfach weggeschwemmt! Dann spielen wir eben auf der Schlammwiese, herrlich es regnet, meine Leute haben sich schon ihre Kapuzen über den Kopf gezogen! Glaub', die finden das nicht so doll! Aber wir! Schade, daß unsere Mama nicht hier ist! Bestimmt hätte Aisha sie gern einmal wiedergesehen! Weiß aber nicht, ob sie dann traurig wäre, wenn wir wieder wegfahren? Das will meine Ulli nicht riskieren! Muß ja auch schließlich nicht sein!

'Schwesterchen, Tschüss , bis bald! Wir sehen uns bald wieder! Das nächste Mal kommst Du zu uns!'
Erst als es schon dunkel ist kommen wir wieder zu Hause an. Mama hat natürlich sofort geschnüffelt, daß wir bei Aisha waren. Hab' ihr gebellt, warum sie nicht mit durfte. Sie hat's sofort verstanden! Klar, Mama will sofort alle Einzelheiten von mir wissen.

Aber das nächste Mal fährt auch sie mit, ich glaub', darauf besteht sie.


Viele viele Fremde!

Heute kommt wieder 'ne Menge Neues auf meine Kleine zu. Ich kenne das schon, wir wandern an einem Mann oder 'ner Frau vorbei und mein Boss muß erst mal lang und schmutzig zahlen. Klar, nicht für uns Feuchtnasen, nein für die Zweibeiner. Dann geht er los, der Spaß. Schade ist nur, daß wir an kurzer Leine geführt werden müssen. Selbst ich, auf meine alten Tage, würde gern mal den ganzen Betrieb aufmischen. Ob es Spaß macht, mit 'nem Leoparden zu spielen? Der tut mir doch nichts?
Oder mal kuscheln mit 'nem Teddybären? Ist bestimmt supertoll. Vielleicht spielt er ja mit mir? Oder Entenjagen, das stelle ich mir lustig vor. Erst mal über die Absperrung springen und dann um den Weiher herum, tja, das wär's.

Aber nein, wir laufen an ganz kurzer Leine. Ungerecht ist das Hundeleben!
Jetzt fragt mich meine Kleine, was heute abgeht! Soll ich ihr vielleicht schon im Vorfeld ihre große Freude nehmen? Soll ich ihr bellen, 'daran musst Du Dich gewöhnen'? Ich freue mich, daß wir Beide mitfahren dürfen! Ob das stressig wird für unsere Trockennasen? Zwei Hunde am Strick?
Ganz sicher versprochen, ich werde mich benehmen und die kleine Ayla auch! Werde nicht bellen, versprochen! Ehrlich, werde mich heute bemühen!
Wir sind da! Alle raus aus dem Auto! Leinen zweimal um die Hand gewickelt, und ab Marsch!
Vorbei an dem Kassierer und rein ins Vergnügen! Riesengroße Biester starren uns an, ob Ayla damit klarkommt? Die Kleine kriegt 'nen Riesenschreck, ' Mama, hilf mir, bin bange!' Ich kann ihr nur raten, ' Keine Angst zeigen, außerdem sitzen die hinter Gittern! Die können Dir nichts tun!' Wahrscheinlich wollen die Bisons Dich nur erschrecken!'
Weiter geht's! Mittlerweile läuft auch Ayla einfach so mit, nur bei den Kaninchen im Streichelzoo meint sie ' Da gehe ich jetzt rein! Die sehen so lieb aus, das sind meine Freunde!'
Hat sie doch wohl gemerkt, solche Eskapaden dulden die Trockennasen einfach nicht!

Aber jetzt, jetzt kann ich spielen. Dort hinten kommt ein Huskymix! Ich presche los! Zack, und die Leine wieder kurz!
Der Huskymix kriegt sofort einen Sitzbefehl. Ob der vielleicht nicht gut hört, muß er noch erzogen werden? Dabei ist er doch gar nicht mehr der Jüngste! Müsste doch längst erzogen sein! Meine Mama macht Anstalten, den Mix mal kräftig in die Schranken zu weisen. Der ist so dreist und zeigt mir doch glatt seine großen Zähne. Hab' sofort gesehen, heute nicht geputzt! Mama meint, 'das könnte eigentlich ein Zwingerhund sein , der stinkt selbst für meine Nase! Auch sein Fell glänzt nicht! Freu' Dich, wir haben es gut bei uns!'
Dann geht's rein ins Affenhaus, der Schimi da, ist toll. Der will mit mir spielen, er trommelt schon Affenklopfzeichen ans Fenster! Schade, kann ihn nicht verstehen, will er mich vielleicht bald wiedersehen? Versuche zu bellen, stelle fest, der ist taub oder blöde! Da kann ich nichts machen, bestimmt treffe ich hier noch Intellis wie ich einer bin!
Viele fremde Hunde treffen Mama und ich heute noch, aber keiner darf spielen! Wozu bin ich eigentlich hier? Kann mir das mal jemand bellen? Kann ich ja besser mit Mama auf unserem Rasen toben!
' Ich rieche Halbverwandte von uns! Los jetzt!' Mama vergisst jetzt auch die Spielregeln eines Zoos. Sie versucht zu ziehen, keine Chance, auch sie muß sich benehmen!
Endlich angekommen, stehen wir vor den Lieblingswildtieren unserer Menschen: Wölfe! Sehen fast aus wie wir, die sind toll! Mama kann sich fast nicht mehr einkriegen, sie wedelt und springt herum. Ob sie nicht gemerkt hat, daß dort 'ne Absperrung ist? Schon ist sie mit ihrer Schnauze direkt am Zaun. Der Wolfrüde an der anderen Seite wedelt auch, freut er sich Mama zu sehen? Kennen die Beiden sich schon? Er könnte doch ein Urururururur......großonkel von uns sein?
Mama's Kommentar, ' Das sind Freunde!'
Ich glaube fast, so genau kennt sie den Großen da gar nicht, hab' den Eindruck, als wenn er ganz schön scharf werden kann! 'Vorsicht Mama, der könnte gefährlich werden!'
Ich fürchte, gleich wird es langweilig! Mein allerbester Menschenspielkumpane Rick will noch auf den Spielplatz!
Will auch dahin, nee, ist nicht! Hunde sind auf dem Spielplatz verboten! Das werden wir erst noch mal sehen! Hoffentlich muß ich einen unbeobachteten Moment 'Platz' machen! Aber dann bin ich weg!

Unsere Kleine !
Wohin soll's denn jetzt gehen? Meine Leute fahren mit mir über den Schlagbaum, Holland ist wohl angesagt . Ich mache ' Sitz' in unserem Auto. Ich schaue raus, hab' ich vielleicht deshalb 'sitz' gemacht, damit ich rausschauen kann? War's vielleicht gar kein Befehl?
Hab's Kribbeln in meinen Adern!
Ayla und Alena, 1. Treffen!

Jetzt wird's ernst!
Es ist wieder Samstag und Hundeplatztag für meine Kleine.
' Kleine, will Dir ja keine Angst machen, aber ich fürchte, so langsam wird's auch für Dich ernst. Bist Morgen 16 Wochen alt, bestimmt musst Du jetzt 'Fuß' gehen und 'Sitz' auf Befehl machen. Die Schäferhundleute kennen da kein Pardon!'
Wenn ich ihr doch nur helfen könnte, aber was will ich machen? Das tu' ich mir denn doch nicht an, lieber gehe ich mit meinem Boss Uwe Joggen. Hab's im Gefühl, bestimmt kommt er gleich in voller Montour von oben! Warum sollte er wohl sonst seine Schuhe schon mal hingestellt haben? Hab' sie schon ganz sorgfältig umkreist und beschlossen, das sind sie! Kann sehr gut unterscheiden, ob das Straßen- oder Joggingschuhe sind, schließlich hab' ich gute Augen und 'ne prima Nase. So leicht lass ich mich doch nicht beschummeln! Ayla ist noch zu klein, um solche Strecken laufen zu können, schließlich hat sie auch heute Training. Hab' sie bellen hören, daß anschließend immer richtig getobt wird! Tunnellaufen macht ihr ja auch viel Spaß! Schade, als ich Baby war gab' eine solche Spielgruppe noch nicht, bestimmt macht's mehr Spaß diese blödsinningen Befehle einzustudieren, wenn man hinterher noch toben darf!
Auch wird's langsam Ernst mit Wachhundeschule. Jetzt fängt auch hier für sie das richtige Training an. Will mich aber bemühen, es nicht in Drill ausarten zu lassen! Hat ja auch schon 'ne Menge gelernt. Der Beller ist schon viel tiefer geworden, auch hat sie schon mitgerkriegt, das nicht einfach Jeder hier Zutritt hat.
Hab's doch gewusst, joggen ist angesagt! Ob ich heute Rehe treffe? Garantiere dann für Nichts!


Ayla Wirbelwind
Jetzt hab' ich schon mal einen solch schönen Namen, ' Ayla von der Ponderosa ', klingt doch gut, oder? Hat schließlich nicht jeder, viele heißen Pietschnot von der XYburg, oder Schnotpiet von der Weißnichtwostraße. Von der Ponderosa heißen im Moment nur wir acht!
Toll, oder? Ob es im Laufe der Zeit noch mehr von der Ponderosa gibt? Bestimmt! Meine Mama ist schließlich ein Mädchen, und ich, na sicher , ich doch auch!
Was machen meine Leute, sagen die doch glatt Ayla Wirbelwind zu mir! Wie kommen mein Uwe und meine Ulli bloß auf solch' einen Namen? Klar, ich weiß, bin sehr quirlig, alles will ich erkunden, muß alles erleben! Soll ich denn vielleicht blöde durch's Leben toben?
Ich will wissen, und zwar ganz genau, ob der Stoffclown auf unserem Telefonbord nicht doch irgendwie kaputt zu kriegen ist. Überall und nirgends muß ich sein, will doch nichts verpassen! Kann schon mal passieren, daß Tassen oder Gläser vom Wohnzimmertisch fliegen, ist das denn nun so schlimm?
Könnt Ihr nicht verstehen, das ich Frikadellen auch mal gern direkt aus der Pfanne klauen würde? Krieg' ich ja sonst nicht. Kann überhaupt nicht kapieren, warum Mama immer knurrt (grrr), wenn ich mit den Pfoten die Anrichte schon erreicht habe! Hab' mein Ziel doch schon vor meinem Riecher! Sie lässt mich einfach nicht! Muß mal eine günstige Gelegenheit abpassen, dann aber hab' ich sie, die Fleischklöpse! Garantiert!
Bin aber auf jeden Fall dafür zu haben, wenn Mama ein Kämpfchen mit mir anfängt, glaubt mal ja nicht, daß ich klein beigebe! Ich doch nicht, muß meinem Namen alle Ehre machen, Ayla Wirbelwind!
Heute Morgen hat Mama unseren Arzt aufsuchen müssen, ich soll allein bleiben! Ulli hat die Rechnung ohne mich gemacht, war eher im Auto als Mama. Ob ich denn doch ein bisschen flinker bin? Hab' im Kofferraum gesessen und auf Mama gewartet! Ulli hat ganz schön dumm geguckt, schließlich durfte ich denn doch mit! Man erreicht viel mit Cleverness! Glaubt es mir!
Weiß auch gar nicht, warum Mama bellt, und das nicht gerade freundlich, wenn ich mit meinen Freunden Ron und Rick spiele? Sicher, es geht immer sehr wild zu, ich bin doch kein Zimperle und meine Freunde auch nicht! Kann auch schon mal sein, daß meine Beißerchen ein Löchlein in einen Pulli reißen, sollen sie die Klamotten doch einfach ausziehen, schon wäre dieses Problem aus der Welt!
( Es ist eine tolle Entscheidung gewesen, unsere Ayla bei uns zu behalten! Unsere beiden Hovis werden niemals von Langeweile geplagt, schon deshalb nicht, weil unsere wilde Ayla ständig irgendwelchen Unfug anstellt! Dann ist unsere Große gefragt! Wir haben nicht so sehr viel mit Aylas Grunderziehung zu tun, vieles wird nach Hovimanier direkt und zügig von Alexa erledigt. Direkt und für Ayla unmissverständlich! In den Nacken packen und Schütteln ist für uns ein genauso gewohnter Anblick, wie Schmusen und Knuddeln unserer Beiden! Manchmal arten die Liebkosungen dermaßen aus, daß unsere Kleine von Kopf bis Schwanz total durchweicht ist. Wenn sie dann wieder trocken ist, muß die Bürste herhalten, das ganze Fell klebt. Kein Problem, das kriegen wir schon wieder weich! Bürsten, bürsten und nochmals bürsten!
Auch Spielen im Garten, sei es ein Kampf um ein Stöckchen oder Zerren um Stoffwaschbär Alex ( Alex löst sich so langsam in seine Bestandteile auf! ) ist immer wieder toll zu beobachten!
Was macht es, wenn bei zwei wilden Hovis mal 'ne Tasse durch's Wohnzimmer fliegt, oder Wasser- und Futternapf gegen die Wand klatschen? Hab' doch Besen, Wischlappen, Eimer und Wasser! Nie würden wir unsere Kleine hergeben wollen, und Alexa schon gar nicht!
Trotz allem ist unsere Alexa in den letzten Wochen, in denen Ayla allein hier bei uns ist , wesentlich ausgeglichener als sie es vorher gewesen ist!
Wir haben festgestellt, unsere Hovis treten nur noch im Doppelpack auf, wo die Eine hingeht, folgt mit Sicherheit auch die Andere! )



Kabelknacker
Hab' in den letzten Wochen doch glatt feststellen müssen, meine Leute telefonieren zuviel! Hab's schon mit Bellen versucht, sie von dieser Unart abzubringen. Meine Chefin meint, ich wäre wie ein Kleinkind! Mir fällt aber auch immer 'was ein, wenn das Gespräch mit jemandem, den ich nicht 'mal sehen kann, zu lange dauert! Kann nicht verstehen, wie man solch' eine Ewigkeit telefonieren kann, nicht einmal gestreichelt werde ich dann! Mama hat sich bestimmt schon damit abgefunden, sie liegt dann ganz geduldig vor der Haustür! Sollen wir etwa auf Spielen, Toben und auch Schmuseeinheiten verzichten, nur weil irgend jemand wieder in dieses blöde Ding quatschen muß? Das kann's doch wirklich nicht sein! Bellen, wirkt schon nicht mehr, vom Wohnzimmertisch Nutellabrötchen klauen, auch das Thema ist schon durch! ( Boh, ist mir schlecht!) Zeitungen zerreißen, alles hab' ich durchprobiert! Eine ganze lange Nacht konnte ich nicht schlafen, mußte ständig daran denken. Was kann ich tun, damit dieses Gelaber am Telefon aufhört! War schon ganz durchgedreht, aber dann, gegen Morgen kam mir der rettende Einfall! Hab' dennoch noch einige Stunden gebraucht um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Muß schließlich alles gut durchgedacht werden, muß ganz gezielt vorgehen, nicht das ich nachher feststellen muß, blöde Idee, falsch herum gedacht, Ayla, was bist du doch dumm! Nee, das will ich unbedingt vermeiden!
Der Morgen graut, ich belle meine Mama wach, will doch ganz genau wissen, wie ich mein Vorhaben in Tat umsetzen muß! Hab' gedacht, Mama würde es gutheißen, dem Blablabla endlich ein Ende zu setzen! Rechnung ohne Wirt Mama, sie hat nur gebrummt 'Lass' mich endlich schlafen!' Ich knabber sie an, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, aber ein 'Grrr' und ich beschließe, mein Vorhaben allein abzuschließen, hab' doch selbst genug Grips in der Rübe! Mama kann dann ihre Pfoten in Unschuld baden, und das wird sie auch tun, gehe fest davon aus!
Lange umkreise ich das Teil ' Telefon ' , jetzt hab ich's! Da steckt 'was in der Wand, ob das etwas damit zu tun hat? Was ist, wenn mir 'was passiert? Schreien, schreien, das wirkt immer, selbst auf Mama! Und meine Leute kriege ich damit auch immer wach! Soll ich, oder soll ich doch nicht? Ich soll!
Und knack!
Durch ist das Kabel! Will mal hoffen, daß es wirklich richtig so war, sonst muß ich es noch einmal versuchen! Bin ganz zitterig, ob die Idee wohl gut war?
Aufregung am frühen Morgen! Meine Chefin will Oma Lieschen anrufen, wie jeden Morgen, mal eben hören, ob es 'was Neues gibt! Oma Lieschen mag ich gerne leiden, kriege jetzt schon Zweifel, ob ich das Richtige getan hab' heute Nacht! Hab' ich vielleicht doch nicht weit genug gedacht? Ihr müsst wissen, Oma Lieschen ist nicht mehr die Jüngste, ist schon schön, eben zu hören, alles ist o.k.! Ohhh, Schiet, das hab' ich nicht überlegt!
Meine Chefin ist ganz aufgeregt, sie meint, das Telefon ist kaputt, ob sie da wohl Recht hat? Nun ja, irgendwie schon!
So langsam kriege ich ein schlechtes Gewissen.
Ich hab' schließlich Eines!
Hat' aber auch ewig gedauert, bis meine Ulli heraus gefunden hat, warum die Leitung tot ist! Sieht man doch sofort! Das Kabel ist gerissen! Ob ich meinen Leuten das so bellen kann? Kann doch schon mal vorkommen, oder? Oder vielleicht nicht? Muß ich mich jetzt schuldig bekennen? Blödsinn, bestimmt reparieren meine Leute das stillschweigend, und ich kann wieder zur Tagesordnung übergehen! Richtig gedacht, Der Lötkolben wird heiß gemacht und die zwei winzigen Drähtchen werden zusammengelötet! Hurra, Freiton! Und schon gleich meldet sich Oma Lieschen, 'Alles in Ordnung!' Mensch, Hund, bin ich froh!





Ob wir bald umziehen?
Entweder sind unsere Leute bescheuert, oder wir ziehen bald um! Wohin? Ich denke in den Zoo oder in die Antarktis! Hab' aber denn doch Bedenken, sollen meine kleine Ayla und ich vielleicht in ein Zoogehege? Wenn Ihr unsere Leute sehen könntet, Ihr würdet auch solche Gedanken kriegen! 'Schminckt Euch das ab' ja, das hab' ich gedacht.

Was würdet Ihr denken, unsere Leute proben das Leben unter Pinguinen! Irgendwas muß in deren Köpfen nicht richtig entwickelt sein! Als wenn Menschen unter Pingus bestehen können? Das wissen ja selbst wir Hovis! Ich erzähle Euch ganz schnell die Vorgeschichte:

  

Es kommt ein Brief, hab' ganz schnell mitbekommen, worum es darin geht, Schwimmverein, Pinguinkostüme nähen, Dienstagabend! Hab' gedacht, na, wenn's denn sein muß, Ulli also hin! Hab' mir nichts Schlimmes dabei gedacht, hab' doch nicht gewusst, daß das richtig in Stress für uns Alle ausartet!
Nun ja, meine Ulli kommt spätabends wieder, mit 'nem Arm voll Stoff, schwarz - weiß, habt Ihr vielleicht gedacht, ich bin farbenblind?
Nächsten Tag fängt bei uns das Chaos an! Da soll man als Hovi nicht am Rad drehen? Der morgentliche Spaziergang fällt ganz kurz aus, Streicheleinheiten fallen ab sofort ganz spärlich aus, muß man sich das gefallen lassen? Unsere Ulli hat kaum noch Zeit für uns, doch Ihr könnt sicher sein, wir fordern unser Recht ein! Dauernd rattert die Nähmaschine, schwarz - weißer Stoff liegt überall bei uns rum! Ich höre Ärmel zu lang, Beine zu kurz, Hilfe, sieht mein Freund Rick doof aus! Hättet Ihr erleben müssen, ein solches Theater wegen schwarz - weißem Stoff! Und diese Entbehrungen, unsere Leute ordnen irgendwas falsch ein! Wer ist denn nun wichtiger, die Nähmaschine oder wir tollen Hovis?
Nach drei Tagen ist das Thema durch! Pingus sind fertig, na Gott sei Dank! Aber jetzt ist ein stundenlanger Dauermarsch angesagt!
Alles scheint sich in diesem Haus wieder zu normalisieren, selbst Kartoffeln werden wieder geschält, drei Tagen Dosenfutter, das hält ja nicht einmal ein Hovawart aus!
Jetzt höre ich hier bald nur noch Karneval, Wagenbau, Kinder auf den Wagen, oder vielleicht doch nicht?, Taschen nähen, Bonbons schmeißen, wer weiß was das ist? Wer von Euch hat schon mal Bonbons gekostet?
Dann, eines Abends, alle Menschen aus diesem Haus sitzen am Küchentisch. Die letzten Instruktionen werden meinen Freunden Ron und Rick erteilt: bitte, tut Euch selbst den Gefallen, trinkt nicht soviel, Ihr müsst sonst dauernd Pipi machen!
Ich kann das ganze Geschehen einfach nicht einordnen, wieso sollen die Menschen kein Wasser zu sich nehmen? Wenn man Durst hat, hat man Durst!
Sonntagmorgen, Ayla und ich werden ins Auto verfrachtet, hab' sofort gedacht, jetzt wird' Ernst, jetzt ziehen wir um, aber nein, wir spielen auf einer Wiese, und lange sind wir dort geblieben, ist doch irgendwie merkwürdig die ganze Sache. Es liegt ein Kribbeln in der Luft! Meine Menschenfreunde Ron und Rick sind ganz hibbelig, ich kann Vorfreude schnuppern!
Na egal, jetzt spiele ich erst einmal ausgiebig mit meiner Kleinen!
Wir rennen uns die Kehle aus dem Hals, ich bringe Ayla bei, wie ich über einen kleinen Graben springe. Sie steht davor und wagt den Versuch nicht! ' Wuff, Wuff!' hab's doch gewusst, es geht doch, hab' gebellt,' nur Mut!' Hochachtung, ohne nasse Pfoten hat sie den Graben bewältigt! Klasse, wie sie das wieder auf die Reihe gekriegt hat!
So, aber jetzt wieder ab, ins Auto, Heimfahrt ist angesagt!
Nun aber mal langsam, wälzen im Schlamm ist ganz wichtig! Ich fürchte, der Nachmittag... bis wann? ... gehört uns Hovis ganz allein!
Hab's doch gewusst, wir ziehen in die Antarktis, dort wo die Pinguine leben!
Hektik breitet sich aus in unserem Haus! Meine Freunde ziehen jede Menge Klamotten übereinander an: Unterhemd, T-Shirt, Rolli, dickes Sweatshirt, zwei Paar Socken, lange Unterhose! Ich höre bei jedem Maulen, 'nachher werdet Ihr frieren, anziehen!'
Die Pinguinfamilie ist fertig, Schwitzen und hochrote Köpfe müssen wir mit ansehen, fehlt nur noch, daß Ayla und ich auch noch eine solche Verkleidung kriegen! Wir sind doch Hunde und keine verkümmerten Flieger!
Die Haustür geht zu, unsere Leute sind weg, Karneval haben sie gesagt, sie laufen im Umzug mit!
Aha, darum dieser ganze Aufstand in den letzten Tagen! Hab' von Ulli gehört, daß Oma Hanne uns heute Nachmittag einige Male herauslässt! Hoffentlich vergisst sie uns nicht! Schließlich wollen wir auch mal draußen toben!
Ob wir denn nun doch nicht umziehen?


Irgendwann, es ist schon dunkel, kommen unsere Leute nach Hause! Hab' sofort geschnüffelt, die Pinguklamotten sind weg, endlich sind die Menschen wieder normal!
Hab' beschlossen, wir ziehen doch nicht in die Antarktis!!!!!



Ich muß mich anstrengen!
Hab' mich heute mächtig konzentrieren müssen, meine Ulli hat mal wieder unendlich lange mit einer Frau Soundso telefoniert. Heute ging es um mich, und das will ich alles mitkriegen!
Meine Lauscher stehen total auf - Achtung hinhören! -
Eine Frau von der deutschen Rettungshundestaffel erklärt meiner Ulli alles, was sie wissen möchte. Ich höre - Hovihündin, vier Monate alt - , he, halt mal, das bin ja ich! Dann kommt eine klare Wesensbeschreibung, ballerig, wahnsinnig wild, Angst vor gar nichts, schon jetzt schussfest, sehr neugierig und verspielt! Das kann nur ICH sein!
Anfang des kommenden Monats sollen wir mal auf den Trümmerübungsplatz kommen, mal sehen, was dann wird!
Ob ich vielleicht ein Rettungshund werden soll? Ob die Arbeit Spaß macht? Sollte ich vielleicht nicht lieber mit meinen Freunden in eine ganz normale Schule gehen? Zu Herrn Scholle ( Klassenlehrer von Rick ) oder zu Frau Blass ( Klassenlehrerin von Ron )? Da lerne ich 'was für mein Leben, wer kann denn heute wohl nicht lesen und schreiben? Hab' aber große Probleme mit dem Stillsitzen auf einem Stuhl, und einen Bleistift kann ich nur zernagen, aber festhalten?
Werd' noch mal eine Nacht darüber schlafen! Vielleicht möchte ich denn doch lieber auf einem Übungsplatz zum Rettungshund ausgebildet! Könnte doch auch ganz spannend werden! Könnte doch sein, daß ich später als Rettungshund in einem Katastrophengebiet mein Brot verdiene?
Hab' schon mitbekommen, zuerst die Begleithundeprüfung, klar, leuchtet doch ein, erst muß ich viele Befehle kennenlernen, um sie dann später sicher befolgen zu können!
Sitz, Platz, Platz-Bleib, Fuß, klar, Freifolge ( ganz wichtig ),
Platz aus dem Gehen, Platz aus dem Laufschritt, Voraus und Platz auf Zurufen, solche Dinge müssen aus dem Efef kommen! Versprochen, ich arbeite dran! Sicher weiß ich, daß ich ganz hart arbeiten muß, um alle diese Dinge wirklich zu lernen und auch verstehen! Wir werden sehen!
Ihr wisst doch bestimmt auch, wir Hunde sind keine Sofakissen, Arbeit hat noch niemandem geschadet!
Arbeit schändet nicht, Arbeit ehrt!
Ich weiß aber noch nicht, ob meine Ulli das Thema Rettungshund nicht vielleicht innerlich schon abgehakt hat! Das Training im Übungsgelände ist bestimmt auch für sie kein Problem, aber was kommt, wenn es irgendwann einmal ernst wird? Erdbebengebiete, Bombenexplosionen, ganz zu schweigen von Babysuche im Wald? Ich denke, meine Ulli muß sich erst einmal langsam vertraut machen mit diesen Vor-stellungen! Sicher, toll ist die Ausbildung ' Erste Hilfe an Mensch und Hund' , richtiges Kartenlesen, Kompasslehre, Uhrzeitlesen anhand von Sonneneinstellungen und viele solcher Dinge mehr! Aber bestimmt macht meiner Ulli der Gedanke zu schaffen, was ist, wenn wir einen Toten aufspüren?
Ich will Euch was bellen, bis zu meiner Begleithundeprüfung fließt noch viel Wasser den Bach entlang, meine Ulli hat 'ne Menge Zeit, sich alles genau zu überlegen!
Klar ! Mitgehangen -- mitgefangen!
Aber eines weiß ich ganz genau, ein Schutzhund werde ICH nicht, werde mich einfach weigern in einen Sack zu beißen!
Ich hab' mich lange mit Onkel Aron unterhalten, er hat sich auch geweigert, und ? Resultat -- nicht geeignet!--
 

 

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