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Zunächst einmal möchte
ich mich kurz vorstellen, damit Ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt. Ich
heisse Caspar von der Ponderosa und mein Rufname ist Moses.
Ich bin sm (das bedeutet schwarzmarken) und ein z.. Zt. 19 Wochen alter Hovawartwelpe.
Bin ca. 54 cm hoch (von Größe wollen wir in dieser Erzählung
mal nicht sprechen) und bin ca. 21.5 kg leicht.
Aufgrund meherer Anfragen,
habe ich mich dazu bereit erklärt ein paar Sachen aus meinem bisherigen
Leben aufzuschreiben bzw. aufschreiben zu lassen. (Bill Gates sollte mal seinen
Einfluß spielen lassen und Tastaturen auf den Markt bringen, die auch
für meine Pfoten geeignet sind. Das aber nur am Rande -).
Aus Erzählungen weiss ich, dass meine Mutter Alexa am Heiligen Weihnachtsfeste
nach Dänemark reisen musste, um meinen Vater Diego zu treffen, damit meine
Geschwister und ich gezeugt werden konnten. Begleitet wurde sie von meinen
Zieheltern Ulli & Uwe.
Am 26.02.2003 erblickten meine 3 Schwestern, meine 3 Brüder und ich das
Licht der Küche von Ulli & Uwe und ihren Kindern Ron und Rick. Viel
weiß ich allerdings von den ersten Tagen nicht mehr, da ich auch noch
nicht sehen und hören konnte. Aber so viel ich weiss, bekamen wir in den
ersten Tagen schon einigen Menschenbesuch. Wie sich später herausstellen
sollte, war das nur der Anfang. Bei uns war in der nächsten Zeit so viel
los, als hätte ALDI seine Preise um 50 % reduziert und das am letzten
Einkaufstag vor Weihnachten. Einige Male habe ich mir überlegt, ob man
die Firma Kleenex nicht als potentiellen Werbesponsor ansprechen
sollte, bei dem Verbrauch von Küchenrollen. Ihr wisst sicherlich, wozu
soviel Papier verbraucht wurde oder??? Klar sieben sch... und pi.....Hoviwelpen.
In dieser Zeit kamen aber hauptsächlich unsere späteren Bosse zu
Besuch, damit wir Sie schon mal in Augenschein nehmen konnten. Eigentlich sind
meine Geschwister und ich super mit Ulli´s Auswahl von zukünftigen
Hovibesitzern zufrieden, aber an was es bei denen mangelt (besonders an meinem
Boss und Vizeboss), dazu komme ich noch ausführlich verlasst Euch
drauf.
In der 10. Woche waren wir also dann soweit erwachsen, das wir ausziehen konnten,
um die Welt außerhalb Gronau´s kennenzulernen. Gibt es denn ein
Leben außerhalb von Gronau????? Und ob!!!
An einem Sonntag Nachmittag wurden ich dann von meinen neuen Rudelmitgliedern
abgeholt. Es war fürchterlich warm an dem Tag und ich saß mit meiner
Uli auf der Rückbank. Wir fuhren etwas schneller als sonst, - denn flotter
als 70 km/h darf man auch innerhalb Gronaus nicht fahren - .
Nach ca. 1 Std. kamen wir in meinem neuen Revier an.......
2. Kapitel: Ankunft

Ich wurde aus dem Auto gehoben
und über die Schwelle getragen (richtig romantisch sage ich Euch). Aber
kaum war ich im Flur auf meinen eigenen vier Pfoten gesetzt worden, bekam ich
schon den ersten Riesenschrecken. Rein zufällig fiel mein Blick auf ein
paar herumliegende Bücher mit Lesezeichen versehen, sodass ich davon ausgehen
musste, dass die Literatur auch wirklich gelesen wurde. Nun haltet Euch fest.
Buchtitel wie Unser Welpe - kommt
von Franziska Schovel Besserwisser; die Welpenschule von
Heinz-Harald Hundeschreck und -last not least- Hundeerziehung von
Peter Inkonsequent sprangen in meine müden Augen. Sämtliche neuzeitlichen
Hundeguru´s hatten sich mit Ihren Büchern schon im Haus eingenistet.
Na das kann ja heiter werden, mal sehen was ich noch so retten kann als richtiger
Hovi. Der erste Abend verlief dann ganz easy, obwohl mich der zweite Schreck
auch noch am gleichen Abend ereilte. Etwa eine Woche, bevor wir Gronau verließen,
mussten wir Welpen einen Fragebogen ausfüllen. Ich verwette alle
meine Leckerchen und Hundeknochen, dass ich
All inclusive für mein zukünftiges Leben angekreuzt habe.
Das heißt Fressen und Saufen bis man umfällt. Doch nicht´s
deutete darauf hin. Ich bekam eine Miniportion in meinen Freßnapf gekippt,
zwar mit sehr netten Worten begleitet, aber davon hört das Magenknurren
auch nicht auf. Irgendwie ahnte ich schon, dass ich mir All inclusive
wohl von der Backe putzen konnte.
Die erste Nacht war ganz o.k.. Ich bin eingeschlafen und auch nicht zwischendurch
wach geworden, obwohl ich zugeben muss, dass ich meine Mama, meine Geschwister
und große Halbschwester vermisst habe.
Am nächsten Morgen hatte ich dann ausreichend Zeit mir meine neue Hütte
anzuschauen. Na prost Mahlzeit. Zunächst einmal unzählige Ecken und
Winkel, die man gar nicht alle auf einmal einsehen kann und dann auch zwei
Etagen. Eine Umgebung also, die jeden Wachhund in Panik versetzen könnte,
wenn man keine Nerven aus Stahl hat, wie eine Hovi eben. Ich also mit dem Wachdienst
begonnen. Personenschutz stand als ertes auf meinem Übungsplan. Keine
Sekunde habe ich Uli und Fritz (der aber zum Glück tagsüber die
Hütte verließ) aus den Augen verloren.
Komischerweise war dieses Observieren aber ansteckend. Uli hat mich ebenso
wenig aus den Augen gelassen. Ich fühlte mich richtig beobachtet und alle
zwei Stunden mußte ich den Objektschutz unterbrechen, um draußen
herumzulaufen und wer paßt in der Zeit auf die Hütte auf?????
Nur eines hat mir von Anfang an gut gefallen. Immer wenn ich meine Geschäfte
(Ihr wisst schon) erledigt hatte, wurde ich gelobt und bekam ein Leckerli.
Menschen setzten manchmal komische Prioritäten.
Am zweiten Tag wurde es mir dann zu bunt, ständig raus und immer daher
laufen, wo Uli hergeht. Also habe ich den Spieß umgedreht und Uli sollte
mir mal gefälligst folgen. Ich mich also auf den Weg gemacht. Auf einmal
stand ich ganz alleine in der Gegend und sah in der Ferne Uli weggehen. Dieses
ist ein Moment im Leben eines jeden Vierbeiners wo man sich entscheiden muss,
nimmt man seinen Job ernst oder läßt man sich von den Wellen des
Lebens treiben??? Keine Frage ich bin ein Hovi und stelle meinen Job über
meine privaten Belange. Ich also mit qualmenden Pfoten zurück zur Uli.
Es hätte Ihr ja schließlich wer weiss was passieren können,
besonders in der heutigen Zeit.
3. Kapitel Die erste
Woche
Hallo ich bin es wieder - Euer Moses. Mittlerweile bin ich fast 5 Monate alt
und muß zügist meine Pfoten geschmeidig machen und in die Tastatur
hauen, bevor all meine Erlebnisse der ersten Wochen mein Kurzzeitgedächtnis
verlassen, und in den Hirnwindungen des Langzeitgedächtnisses verschwinden.
Danach sind diese Erinnerungen nur noch am Abend, bei einem Glas Rotwein und
in sentimental-melancholischer Stimmung abzurufen. Ihr wisst schon, jeder hat
doch solche Momente im Leben.
Den ersten Eindringling in unserer Hütte werde ich nie vergessen. Ich
hatte schon um 5.30 Uhr morgens meinen Wachdienst begonnen, mit Uli zusammen
bei einem Spaziergang die nähere Umgebung gequeckt (keine verdächtige
Person wurde aufgespürt) und gefrühstückt. Ich hatte mich gerade
zu einem Nickerchen hingelegt, denn Uli war wach und las die Morgenzeitung.
Auf einmal ein kurzes ohrenbetäubendes sich mehrmals wiederholendes Geräusch.
Seid Ihr schon mal aus dem Schlaf gerissen worden und solltet Euch sofort o
rientieren?????? na dann wisst Ihr ja, dass ich ein paar Sekunden benötigte
um die Herkunft diese Geräusches zu orten. Ich war mir sicher, es kam
vom Hütteneingang. Nichts wie hin und meine Uli hinterher. Sie war zum
Glück langsamer als ich, sodass ich die ersten und oftmals die entscheidenden
Sekunden eines eventuellen Übergriffs von Außen, für mich hatte.
Ich sicherte Uli und diese öffnete die Hüttentür. Ein Mann stand
draußen. Der Geruch, der mir augenblicklich in die Nase strömte,
hätte jeden Kläranlagenmitarbeiter die Besinnung geraubt und ich
war die nächsten Sekunden wie betäubt. Er roch süßlich
und unheimlich scheußlich. Obwohl er frisch geduscht aussah oder
vielleicht deshalb????
Diese Sekunden meiner Unaufmerksamkeit wurden seinerseits ausgenutzt, um die
Hütte zu betreten und sich mit Uli auf die Terasse zu setzten und ein
Gespräch anzufangen. Ich bekam nur Bruchstücke der Unterhaltung mit
( ich musste ja erst einmal klar im Kopf werden).
Ich verstand einzelne Worte und Bruchstücke von Sätzen,wie z. B.
Haftpflichtversicherung, (falls ich mal an die Metalliclackierung
des neuen Mercedes unseres Nachbarn pinkeln würde und die Worte
Bezahlen und Tarif tauchten häufiger auf. Was meine Notdurft
wohl mit einem fremden, schlecht riechenden Mann zu tun hat, konnte und kann
ich mir beim besten Willen nicht erklären. Diesem Vorfall folgten dann
unzählige Situationen, in denen fremde Menschen vor der Tür standen
und rein wollten. Doch mittlerweile habe ich das Selbstbewusstsein von meiner
Uli, allein durch meine ständige Präsenz und Verteidigungsbereitschaft,
so gestärkt, dass Sie die Situationen fasst alleine meistern kann, ja
sogar will !! Manchmal besteht Sie sogar darauf , die Tür alleine zu öffnen
und bittet mich eindringlich im Hintergrund zu warten. Einige Menschen kommen
natürlich regelmäßig zu Besuch (wie z. B. meine geliebte Patentante
Bianca (den Namen musste ich ändern Datenschutz) und wenn Sie sich
gut benommen haben, bin ich natürlich sehr freundlich und gentlemen
like.
Mein erster Tierarztbesuch:
Am Ende der ersten Woche fuhr ich endlich einmal wieder im Auto mit. Doch unser
Ziel war nicht so berauschend. Wir hielten nach etwa 20 min. an einem Haus.
Ich dachte im ersten Augenblick super hier wohnen andere Hunde
denn ich roch Sie überall in der Umgebung. Doch je näher ich kam,
desto mehr roch es nach Stress und Angst. Ich konnte aber keine Ursache erkennen,
war aber trotzdem auf alles gefasst. Ich ging mit Ulli in einen Raum in dem
ein freundlich aussehender Mann auf uns wartete. Uli fing an aus meinem Privatleben
zu plaudern. Was geht es fremden Männern an, wie alt und schwer ich bin
und ob alles in Ordnung mit mir sei. Plötzlich war mir klar es ging um
meine Person. Ich war nicht nur Uli´s Begleitung wie angenommen.
Mein Puls stieg und meine Nackenmuskulatur verhärtete sich. Auf einmal
pikste es in meinem Nackenbereich. Doch bevor ich mit der Selbstverteidigung
loslegen konnte, war der Schmerz verschwunden. Für diesen Vorfall gibt
es nur eine Erklärung. Man möchte wissen, ob ich auch in Ausnahmesituationen
einen kühlen Kopf bewahre. Und viele Vorgänger sind durchgefallen,
daher er der Angstgeruch überall. Ein Hovi denkt eben nach und läßt
sich nicht ereimern......
Dieser freundliche Mann ist ein Tierarzt und wie ich gehört habe, muß
ich öfter´s zu ihm, es ist bestimmt wichtig und dient dazu ein großer
mutiger Hund zu werden meint Ihr nicht auch??? Aber zum Erwachsenwerden
gehören auch Sachen, bei denen man lernt und Spaß haben kann (meistens
jedenfalls), man nennt sie Hundeschulen. Na klar war ich mit Uli schon dort.......
Mein erster Welpenspieltreff in der Hundeschule:
Um Euch meine Eindrücke näher zu bringen, lasse ich Euch Einblick
nehmen in einen privaten Brief, den ich derzeit an meine Hundemama Alexa schrieb.
Hallo Mama, gestern war ich das erste Mal im Welpenspieltreff. Ich vertehe
gar nicht , was da besonderes sein soll. Da bin ich gelobt worden, nur weil
ich durch einen Tunnel gelaufen bin, Komische Leute!!! Bei Euch hat mich keiner
gelobt, wenn ich mit meinen Geschwistern durch den Spieltunnel lief. Und als
ich über die Brücke lief, waren wieder alle hin und weg. Da soll
mir einer die Menschen verstehen. Die Hunde waren alle soweit o.k.. Aber da
waren auch zwei tolle Kinder, meine Güte habe ich mich gefreut und mußte
sofort an Ron und Rick denken (meine menschlichen Geschwister). Die beiden
waren mit Ihrer Mama und einem Labradorwelpen dort. Ich verstehe gar nicht,
warum der nicht mit so tollen Kindern spielt. Gleichzeitig mit mir kam ein
Colliewelpe auf den Platz. Komischer Typ hatte immer den Schwanz eingeklemmt
und sprach mit keinem. So eine Zeitverschwendung. Nur war ich ziemlich müde
gestern Abend habe super geschlafen....
Der Rest des Briefes ist zu privat ihr müßt schon entschuldigen.
Wie schon erwähnt, man trifft komische Typen auf dem Hundeplatz. Für
die Menschen gilt das ebenfalls. Aber eines haben die Menschen alle gemeinsam.
Sie machen sich Gedanken um uns Hunde und versuchen uns zu verstehen und das
finde ich supertoll.
Um meine Uli habe ich mir die ersten Tage ja manchmal richtig Sorgen gemacht.
Sie hat sich fast zu viele Gedanken um mich gemacht....doch nach ein paar Tagen
hatte Sie begriffen, was ich für ein toller Bursche bin. Außerdem
stand Ihr ja meine Ziehmama Ulli (ich weiß beide heißen Ulli
etwas verwirrend) mit Rat und Tat zur Seite. Mein Vizeboss Fritz sah das alles
cooler. Ihn muß ich auch ganz anders um den Finger wickeln als Uli. Aber
als Gebrauchshund (Hüte & Wachdienst) muß man früh lernen,
die Menschen einschätzen
können und da sind die Beiden schon super Versuchskaninchen.
Von meiner zweiten Woche und was im zweiten Welpenspieltreff so lief, erzähle
ich Euch nächstes Mal!
4. Kapitel
Mein zweiter Welpenspieltreff
in der Hundeschule und wie dieser mein Leben veränderte:
Also wie bereits erwähnt
ist der Welpenspieltreff eine supertolle Sache. In einer netten Atmosphäre
tolle andere Welpen treffen, quatschen, gemeinsamer Erfahrungsaustausch und
kleine gemeinsame Übungen machen. Wenn nur diese Frau Obst nicht wäre.
Es ist die Chefin unserer Truppe und leitet den Welpenspieltreff.
Irgendwann bekam ich mit, dass Sie sich mit meinem Boss Uli über mein
weiteres berufliches Leben unterhielt. Was heißt hier eigentlich berufliches
Leben??? Ich bin doch noch ein Welpe und mitten in der Sozialisierungsphase
und soviel ich weiss ist Welpenarbeit in Europa verboten. Meine Uli äußerte,
dass ich ein Wachhund werden soll und auf das Haus aufpassen muss. Jetzt wusste
ich, woher der Wind wehte. Frau Obst schaute mich so merkwürdig an und
meinte, dass ich schon ein so selbständiges Bürschchen sei, der unbedingt
das Alleinebleiben im Haus schon mal langsam üben müsste. So ein
Blödsinn!!!!! Wie kann man Aufpassen üben??? Es kommt doch auch kein
Einbrecher, der nur mal so üben will. Aber nun ja - mal sehen, was da
so auf mich zukommt.
Am darauffolgenden Wochenende lag ich so auf der Terrasse und muss wohl ein
wenig eingeduselt sein. Irgendwann kam Uli zu mir nach draußen und lobte
mich ohne Ende. Super Hund (so waren Ihre Worte), hast schon 1 Stunde alleine
auf den Garten aufgepasst. Langsam wurde mir klar, dass ich schon gearbeitet
hatte und das im Schlaf !!!!! Stimmt es fehlte kein einziger Blumentopf.
Am Montag begann dann meine Probezeit. Uns ging nämlich die Leberwurst
aus und es musste unbedingt eingekauft werden. Mein Vizeboss Fritz hatte schon
frühmorgens das Haus verlassen. Uli erklärte mir, dass ich nun alleine
auf das Haus aufpassen müsste, bis Sie zurückkommen würde. Zur
Stärkung wurde mir eine Leberwurstschnitte geschmiert, die ich dann genüsslich
verspeiste, während Uli das Haus verließ und auf Ihr Fahrrad stieg,
um ins Dorf zu fahren. Jetzt kann ich es Euch ja verraten, ganz wohl war mir
nicht und ich musste mich ganz
schön zusammenreißen, um nicht unter der auf mir lastenden Verantwortung
in ein Jammern zu verfallen. Mutig legte ich mich in den Flur vor die Haustür.
Dieser Platz erschien mir strategisch am vorteilhaftesten. Nach ca. 20 Minuten
kam Uli zurück und Sie strahlte, als Sie mich in guter Verfassung vorfand
und offensichtlich nichts aus dem Haus verschwunden war. Ich wurde zwar nicht
überschwänglich gelobt, aber als richtiger Hovi fühlt man, wenn
der Boss so richtig zufrieden mit einem ist. Mir war aber auch klar, dass dieses
der Anfang meines beruflichen Lebens war. Jeden Tag musste ich etwas länger
die Verantwortung für das Haus übernehmen doch ich wurde mit der
Zeit immer routinierter. Mittlerweile kann Uli auch wieder Ihrem beruflichen
Leben nachgehen, denn Sie weiß ja, dass Haus und Garten sicher von mir
verwahrt werden. Sie erzählt mir immer wieder, wie aufgeschmissen Sie
wäre, wenn ich nicht da wäre, um alles zu hüten. Ein Hovawart
wächst halt mit seinen Aufgaben. Zum Ausgleich passieren in meinem Leben aber auch tolle Sachen. Soll ich Euch mal
von meinem ersten Besuch bei meiner Mama Alexa, meiner Halbschwesten Ayla und
meiner Ziehfamilie in Gronau erzählen???
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Es war ein sonniger
Samstag Nachmittag als Uli, meine Patentante Bianca und ich uns aufmachten.
Wir kamen in Gronau an, die Haustür öffnete sich und meine
Mama Alexa begrüßte mich. Sofort wurde mir aber auch klar
gemacht, dass ich immer noch nichts zu melden hätte. Man bleibt
halt immer der Kleine, egal wie groß man geworden ist. |

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Meine Tante war immer noch
so blöd wie vorher und würdigte mich kaum eines Blickes. Alle Anderen
freuten sich ein Loch in die Mütze, mich endlich mal wiederzusehen.
Ulli (meine Ziehmama) hatte tollen Kuchen gebacken und alle Menschen setzten
sich, um diesen zu verspeisen supertoll l!!! und ich????. Langsam dämmerte
es bei mir. Ich konnte mich schwach daran erinnern, wo der Futternapf meiner
Mama und meiner Halbschwester sich befanden. Ich schaute rechts, ich schaute
links. Keiner am Tisch nahm mich überhaupt im Moment war und meine Mama
und Ayla schliefen irgendwo im Haus. Völlig unauffällig bewegte ich
mich in Richtung Futternapf. Und was sahen meine Augen. Er war
noch randvoll gefüllt. Wahrscheinlich machten die Hundedamen wieder Diät
(wie die Frauen halt so sind) sie müssen halt auf Ihre Figur achten. Ich
ließ es mir so richtig gut schmecken. Bis ich plötzlich eine Erscheinung hatte. Urplötzlich stand meine
Ziehmama Ulli hinter mir und nahm mir kommentarlos den fast leeren Futternapf
weg. Aber Sie ist ja Kumpel. Und richtige Kumpel hauen sich nicht gegenseitig
in die Pfanne. Also hat Sie mich nicht verpetzt. Abends zu Hause bekam ich
noch mein übliches Abendbrot und eine Grillwurst zur Belohnung. Ha ! Ha!
Wenn die gewusst hätten…. Aber endlich ging ich mal mit vollem
Bauch zu Bett. Der nächste Tag war allerdings etwas stressig. Ständig
musste ich auf den Hundepatt, um mich zu lösen (so nennt man schei...in
vornehmen Kreisen), weil es in meinem Bauch so gedrückt hat.
5. Kapitel:
Größerwerden ist
ganz schön aufregend sage ich Euch:
Ballonplatz:
Ich musste mich ganz schön sputen, um Euch nicht zu lange auf meine weiteren
Erlebnisberichte warten zu lassen. In drei Tagen bin ich 6 Monate alt ( am
26.02.04 feier ich meinen 1. Geburtstag- falls mir jemand gratulieren möchte?!)
, wiege ca. 30.5 kg (man weiss es nicht so genau, denn ich muss mittlerweile
auf eine Hundewaage, weil keiner mich mehr tragen kann) und bin 62 cm hoch.
Also schon ein kräftiger Bursche sagt man. Ich sehe das ganze natürlich
etwas anders. Aber dazu komme ich später.
Kennt Ihr eigentlich alle diese riesengroßen Luftballone, die man manchmal
am Himmel sieht. Ich schon!!! Eines Abends kam ein Anruf und los ging es. Als
wir ausstiegen, konnte ich nur eine Wiese mit ein paar riesengroßen Bastkörben,
ein paar Autos und Menschen sehen. Einige von denen schauten etwas sparsam
in die Gegend. Komisch? Was hier gleich wohl so abgeht?? Ich marschierte mit
meiner Uli etwas näher an den Ort des Geschehens. Zunächst checkte
ich ein paar Damenhandtaschen, die auf der Wiese herumstanden. Manche Leute
kennen sich in Sicherheitsfragen einfach nicht genügend aus. Anstatt dankbar
zu sein, dass ich diesen Job erledigte, wurde ich angehalten weitere Überprüfungen
zu unterlassen. Plötzlich kam Leben auf den Platz. Die Brenner wurden
angeschmissen (ein ohrenbetäubender Lärm). Sie pusten heiße
Luft in den Luftballon und danach bläht sich das ganze Ding auf und wird
riesengroß. Anschließend krabbeln die Menschen mehr oder
weniger elegant - in diese Bastkörbe und der Ballon steigt zum Himmel
hinauf. Die Leute, die so sparsam dreinschauten, waren die Fahrgäste,
die zum ersten mal mitfuhren. Ihr werdet mir die Frage gestatten ist
ja alles ganz nett, aber was sollte ich dort????? Es sollte eine Übungseinheit
in Sachen ungewöhnlicher Geräusche für mich sein. Denn man ist
heutzutage in Hundekreisen der Meinung, dass ein junger Hund ganz viele ungewöhnliche
Sachen sehen und hören sollte, um richtig cool zu werden. Mag ja sein,
dass das für einige stimmt, doch für mich war es reine Zeitverschwendung.
Wer in Gronau bei Ulli, Uwe,Ron und Rick aufgewachsen ist, den kann nun wirklich
nichts mehr erschüttern.
Mittagspause:
Wie ich ja schon im letzten Kapitel erwähnte, habe ich eine fest organisierte
Arbeitswoche. Ich habe Wachdienst von Montag Freitag jeweils von 11:00
Uhr bis um 13:00 Uhr, dann folgt ein einstündige Mittagspause mit meinem
Vizeboss Fritz und dann habe ich nochmal Dienst von 14:00 Uhr bis ca. 17:00
Uhr. Manchmal auch nur bis 16:00 Uhr. Irgendwie muss mein LucaBest Dog ja finanziert
werden. Wie alles im Leben muss auch eine gemeinsame Mittagspause geübt
werden, Eines Mittags kam Fritz nach Hause und füllte seinen Teller mit
leckeren Sachen. Ratet mal was es gab? Unter anderem Bratwurst!!!!!! Danach
ging er ins Wohnzimmer um Mittagsnachrichten zu schauen. Gerade hatte er seinen
Teller auf den niedrigen Couchtisch abgestellt, als das Telefon läutete
und ihn unterbrach. Nun mal ehrlich, was hättet Ihr an meiner Stelle gemacht??
Da ich ja schon den halben Tag gearbeitet hatte, dachte ich, dass mir auch
die halbe Portion der Bratwurst zusteht. Also fing ich schon mal an, hatte
aber Schwierigkeiten die Wurst halb durchzubeissen. Ehe ich mich versah, war
Sie schon fast verschlungen, als Fritz endlich das Telefonat beendet hatte.
Sein Gesichtsausdruck verriet nichts Gutes, als er auf seinen Teller blickte.
Ich legte mich schnell ein paar Meter entfernt hin, schloss Augen und Maul,
damit man den Rest der Bratwurst nicht sah. Ich möchte Euch die Worte
ersparen, die mir zu Ohren kamen..... Ausschließlich Senf mit Salat
schien wohl nicht zu seinen Leibgerichten zu gehören.
Mein erster nächtlicher Ausseneinsatz:
Ein richtiger Wach- und Hütehund zu werden erfordert den ganzen Einsatz.
Kaum hatte ich Überblick über die Hütte meiner Leute, stand
schon der erste Ausseneinsatz an. Allerdings machte man es mir etwas leichter,
da ich ja offiziell noch ein Welpe bin. Ich glaube ich hatte Euch schon mal
von meiner Patentante Bianca erzählt. Sie kam eines Tages (es war glaube
ich ein Donnerstag) und holte mich mit Ihrem Lebensgefährten Rainer ab.
Wir gingen zu Ihrer Hütte, nachdem wir einen sehr netten ausgiebigen Spaziergang
gemacht hatten. Ich bekam dort erst einmal Abendbrot und einen herrlichen Kauknochen.
Aber mir wurde langsam klar, dass dieser Einsatz länger dauern würde.
Klar kam ich ins Nachdenken, denn wer passte nun auf meine Leute auf??? Ich
sollte sicherlich getestet werden, wie ich mich auf fremdem Gebiet verhalte.
Nur nichts anmerken lassen!!!! Wie üblich machte ich meine Kontrollgänge
durch die Wohnung und achtete besonders gut auf alle Geräusche. Denn jedes
Objekt ist ja taktisch anders zu betreuen . Die folgende Nacht verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle zum
Glück denn ich bin zwischendurch aus Versehen fest eingeratzt.
Am nächsten Morgen war mein Einsatz beendet und es ging wieder zu meinen
Leuten, die ich zum Glück in guter Verfassung vorfand. Auch diese Herausforderung
hatte ich hervorragend gemeistert. Doch der nächste Test ließ nur
ein paar Tage auf sich warten und der war taktisch noch anspruchsvoller. Es
begann damit, dass mein Vizeboss Fritz um 5.00 Uhr morgens das Haus verließ
und wegfuhr. Ich muss gestehen, dass ich etwas irritiert war. Mit Schlafen
war also an dem Morgen nicht mehr viel. Bis 6.00 Uhr wurde gewartet und dann
weckte ich meine Chefin Uli. Man muss Sie nämlich relativ zeitig wecken,
Sie braucht immer ziemlich lange, um wach zu werden. Doch es ging nicht zum
üblichen Morgenspaziergang, sondern sie schien auf irgendetwas zu warten.
Um 8.00 Uhr klingelte es und zwei junge Männer in weißen Anzügen
standen vor der Tür. Uli öffnete viel zu leichtsinnig die Tür
meiner Meinung nach
ließ mich im Hintergrund warten und unterhielt sich kurz. Aber trotzdem
preschte ich nach einiger Zeit hervor und machte einen Blitz Check (Gesicht,
Hände und Taschen). Die Beiden blieben ganz cool, was ja zum Glück
auf ein reines Gewissen schließen lässt. Dann begannen die Beiden
verschieden aussehende Konserven hereinzutragen. Eher ich mich versah liefen
sie im ganzen Haus rum, öffneten die Fenster und fingen an mit langen
schmalen Bürsten Flüssigkeiten auf die Fensterrahmen zu schmieren.
Die
nächsten zwei Tage waren kein Zuckerschlecken. Ständig zu kontrollieren,
wo sich die Beiden jeweils aufhielten ging schon an die Substanz und
Fritz immer noch nicht wieder zu Hause. Langsam machte ich mir Gedanken. Ich
traf mal einen Jack Russel, der mir erzählte, dass sein Herrchen auch
im Morgengrauen weggefahren ist und nie mehr zurückgekommen ist, doch
nach ein paar Tagen zog schon ein neues Herrchen ein..... Bloß im Kopf
klarbleiben, dachte ich mir. Egal was passiert, ein neues Herrchen kommt mir
nicht in die Hütte. Nach zwei Tagen kamen
die jungen Männer nicht mehr wieder, schade eigentlich. Ich fing gerade
an mich mit Ihnen gut zu verstehen Ihr wisst schon gemeinsame
Frühstückspausen und so. Der jüngere Mann hatte immer so eine
leckere Wurst auf dem Brot. Meiner Uli haben wir aber nichts verraten.
Nach vier endlosen Nächten war Fritz wieder da. Ich schien wohl doch mehr
Glück zu haben, als der Jack Russel.
Meine Freundin Cin-Tsha:
Frauen sind ja oft unbeständig und flatterhaft, deswegen möchte ich
meine Schnautze nicht zu voll nehmen und Sie nur kurz erwähnen.
Aber Cin-Tsha ist anders, als all die anderen Mädchen, die ich bis jetzt
kennengelernt habe. Sie ist 10 Wochen jünger als ich, eine Tibet -Terrier
Hündin und wohnt bei einer Bekannten von Uli. Sie ist auch immer im Welpenspieltreff,
aber weil wir uns so mögen, sehen wir uns auch zwischendurch. Man kann
ja nicht immer arbeiten. Mit Ihr könnte ich mir eine dauerhafte Freundschaft
vorstellen ich werde Euch auf dem laufenden halten.

Bis bald mal wieder - Moses.
6. Kapital
Die unendliche Geschichte meiner Erziehung und Ausbildung
Meine erste Stunde in der
Hundeschule:
Hi Leute, nach 5 Monaten schöpferischer Pause bin ich mal wieder da. Meine
Uli hatte einfach keine Zeit für mich in die Tasten zu hauen, um Euch
meinen weiteren Werdegang zu schildern - woran das wohl lag??? Grins.... Aber
mal ehrlich unter uns, jeder der noch nie einen Hovi erzogen hat, hat spätenstens
ab dem 7. Lebensmonat seines Lieblings alle Hände voll zu tun. Warum sollte
es meiner Uli anders ergehen.
Ernst wurde es für mich zu Beginn meines 8. Lebensmonats. Wir kamen gerade
aus unserem ersten Urlaub und machten unseren nachmittäglichen Spaziergang
in den heimischen Gefilden, als sich etwas ereignete, was meinem bisherigen
Leben eine nicht unerheblich Wendung bescherte. Ich ging mit meiner Uli an
der Werse (das ist ein Fluss) spazieren, als wir einen Jäger samt Jagdhund
trafen. Er saß auf einer Bank und ließ seinen Hund ab und zu Stöckchen
apportieren. Uli hatte sich schon öfters mit ihm unterhalten. Er machte
den Vorschlag mich von der Leine zu machen, damit ich mit seinem Hund spielen
könnte. Uli tat dergleichen, ohne zu überlegen, dass wir uns an einem
beliebten Jogger- und Fahrradweg befanden. Die Ereignisse nahmen seinen Lauf.
Ich versuchte mehere Male den Jagdhund mit lautem Gebell zum Spielen aufzufordern.
Es tat sich nichts. Er blieb liegen und rührte sich nicht. Nach einer
gewissen Zeit wurde es mir zu bunt und ich sah mich nach einer anderen Zerstreuung
um. Diese ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem ich ein paar Fahrradfahrern
erlaubt hatte zu passieren, näherte sich ein ängstlicher Jogger.
Sein Schweiß war schon aus der Entfernung zu riechen. Ich wartete bis
er nah genug herankam und preschte mit lautem Gebell auf ihn zu. In dem Moment
merkte auch meine Uli, was sich anbahnte, aber Sie konnte mich nicht schnell
genug erwischen. Als der Jogger mich kommen sah gab er Fersengeld und versuchte
mir davonzulaufen. Aber nicht mit mir.... Sofort hatte ich ihn wieder eingeholt
und sauste mit lautem Gebell um ihn herum. Meine Uli hinter uns her. Leider
blieb der Jogger dann irgendwann stehen und Uli erwischte mich am Nackenfell.
Die Worte die sich meine Uli von dem Jogger anhören mußte, möchte
ich Euren Augen nicht zumuten zu lesen. Sie war den Tränen nahe
und ging ziemlich stumm mit mir nach Hause.
Zwei Tage später fand ich mich auf dem Hundeplatz wieder. Es war meine
erste Stunde in der Hundeschule...das hatte ich nun davon. Zunächst war
ich in der Anfängergruppe. Als Uli der Kursleiterin den Vorfall schilderte,
beruhigte Sie meine Uli erst einmal und erklärte Ihr, dass dieses Verhalten
für einen Hovi normal sei und ich lediglich den Jogger "gestellt"
hätte. Danach fingen dann alle möglichen Leute an in der Stunde an
uns vorbei zu joggen. Aber diese Leute waren ziemlich uninteressant. Die hatten
ja schließlich keine Angst vor mir. Zum Schluß mußte Uli
mich ableinen und die Kursleiterin ärgerte mich und lief weg. Ich wie
ein Blitz hinter ihr her und umkreiste Sie mit lautem Gebell, bis sie stehenblieb.
Danach wurde meiner Uli versichert, dass ich absolut klar im Kopf bin und sehr
"sauber stellen" würde - ich müßte lediglich noch
erzogen werden. Nach einer weiteren Stunde in der
Anfängergruppe kam ich schon zu den Fortgeschrittenen. Es war ziemlich
blöd, da man auf einmal nicht mehr mit den Kumpels spielen durfte und
ständig diese langweiligen Übungen machen mußte. Doch ich durfte
weiterhin zum Welpenspieltreff fahren. Denn eigentlich bin ich ja noch ein
Baby, wenn auch ein wenig groß geraten...
Nächstes Mal mehr..... |